Repowering Erster 150-Meter-Windriese wächst

Foto: Heyen, Thomas

Neuengamme. Das erste 150 Meter hohe Windrad im Bezirk wird derzeit in Neuengamme aufgebaut. Die Bergedorfer Firma Net OHG investiert in den Windriesen rund drei Millionen Euro.

Die Montage des ersten „Windriesen“ in den Vier- und Marschlanden gestaltet sich äußerst schwierig. Bei Regen und starkem Wind – in Kranhöhe von 118 Metern herrschten gestern Windstärken von mehr als zehn Metern pro Sekunde (Windstärke 5) – können die vier massiven Mast-Elemente des insgesamt 150 Meter hohen Windrades nur schwierig aufgestellt werden.

Aufbau dauert bis Januar

„Die Arbeiten werden sich bis in den Januar hinziehen“, sagte einer der Arbeiter. Dann soll schon bald eine zweite Anlage gleicher Größe und Leistung (jeweils 2000 Kilowatt, kW) in dem Windpark zwischen Neuengammer Hausdeich, Marschbahndamm, Kiebitzdeich und Jean-Dolidier-Weg folgen.

Neue Anlagen mehr als doppelt so hoch

Pro Anlage investiert die Bergedorfer Net OHG rund drei Millionen Euro. Die neuen Windräder sollen durch ihre erheblich höhere Leistung im Vergleich mit den Altanlagen die Kosten im Laufe der Jahre wieder einspielen. Drei alte Anlagen – zwei mit einer Leistung von jeweils 600 kW, eine mit 500 kW – wurden in den vergangenen Monaten abgebaut. Sie waren mit 72 Metern Gesamthöhe nicht einmal halb so groß wie die neuen Anlagen, deren Rotor ein Durchmesser von 100 Metern hat. Der Durchmesser des Mastes beträgt bis zu viereinhalb Meter.

400-Tonnen-Kran richtet Segmente auf

Für die Montage wurde ein 400 Tonnen schwerer Gittermastkran über den Neuengammer Hausdeich zum Windpark transportiert – in Einzelteilen. 20 Tieflader waren nötig, um Kran und Windanlage befördern zu können. Er wird in dem Windpark stehen bleiben, bis auch das zweite Windrad aufgestellt is. „Die Masten der Windräder werden am Boden aus Einzelteilen zusammengebaut“, sagt Klaus Soltau (51, Net OHG).

Seine Firma hatte 1991 das erste Windrad in Bergedorf (47 Meter Gesamthöhe) und das erste mit der Leistung von 150 kW in ganz Hamburg am Oortkatenweg in Ochsenwerder aufbauen lassen. Es wurde vorgestern abmontiert – innerhalb eines Tages. Soltau: „Der Anlage steht eine zweite Karriere in Nordirland bevor.“

Wo und wann in den Vier- und Marschlanden noch alte Windanlagen durch größere ersetzt werden sollen, lesen Sie in der Printausgabe der Bergedorfer Zeitung/Lauenburgische Landeszeitung von Donnerstag, 18. Dezember E-Paper / Abo.