Lebensretter
Die DLRG schließt ihre Wache am Eichbaumsee
Sonntag, 8. Januar 2012 20:22
- Von Wiebke Schwirten und Christoph Seemann
Allermöhe. Am Eichbaumsee geht eine Ära zu Ende: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Bergedorf (DLRG) schließt nach 25 Jahren ihre 1987 eröffnete Rettungswache an der Südseite des Sees.
Nach dem Ende der durch Feuer mehrfach ruinierten Wache am Baggersee in Boberg
vor zwei Jahren, bleibt jetzt nur noch der Stützpunkt am Hohendeicher See.
„Wir haben uns mit der Entscheidung sehr schwer getan“, sagt Arne Schicke,
Bezirksleiter der DLRG Bergedorf. Für die Lebensretter war die Wache am
Eichbaumsee nicht irgendein Stützpunkt: „Sie war bei den Mitgliedern sehr
beliebt auch wegen der herrlichen Lage. Wir haben dort viel Arbeit
investiert. Und vor allem steckt da viel Herzblut drin“, sagt Schicke. So
war den DLRGlern, die am Wochenende die Station räumten, Wehmut anzusehen.
Tatsächlich umgab die Wache, die aus vier holzverschalten, grasbewachsenen
Röhren und einem kleinen Turm besteht, ein ungewöhnliches, uriges Flair. Die
Mitglieder haben selbst eine Stromleitung vom Moorfleeter Deich aus bis zur
Wache gelegt, die Räume regelmäßig gewartet. Erst vor vier Jahren richteten
sie eine der Röhren mit einer gemütlichen Wohnlandschaft her. Jetzt muss
alles raus. Die leeren Räume werden dem Landesverband der DLRG
zurückgegeben. Möglicherweise findet sich ein anderer Verein, der sie nutzen
möchte.
Bei Regatten auf der Dove Elbe wurde die Wache am Eichbaumsee in den
vergangenen Jahren von der DLRG noch als Stützpunkt genutzt, verlor aber mit
dem Ausbau des Regattazentrums an Bedeutung. Eine regelmäßige Besetzung gibt
es schon seit Jahren nicht mehr, da auch der Eichbaumsee seit Ende 2007 für
den Badebetrieb gesperrt ist. Wann er wieder freigegeben wird, dazu bedarf
es mittlerweile „eines Blicks in die Kristallkugel“, meint Schicke. Darauf
aber mögen Landesverband und Bezirk nicht setzen und sparen daher mit der
Aufgabe der Wache lieber die laufenden Kosten. Nicht zuletzt hatten sich
Vandalismusschäden und Einbrüche gehäuft. Im Jahr 2008 war sogar ein
Rettungsboot gestohlen worden.
Im DLRG Bezirk Bergedorf sind derzeit etwa 30 Mitglieder unter anderem in der
„Schnellen Einsatzgruppe“ und im Katastrophenschutz aktiv. Zudem engagieren
sich Jugendliche in Nachwuchsgruppen. Arne Schicke freut sich über die
stabile Mitgliederzahl und die geringe Fluktuation, aber auch über weitere
Mitglieder. Die Geschäftsstelle am Ladenbeker Furtweg 120 ist donnerstags
von 18 bis 20 Uhr geöffnet, Telefon (040) 7388738. Infos im Netz unter www.bergedorf.dlrg.de
.





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