Schiffsunglück

Kohlefrachter vor Altengamme auf Grund gelaufen

Foto: Christoph Seemann

Altengamme. In der Elbe vor Altengamme ist der Kohlefrachter „Niedersachsen 12“ auf Grund gelaufen. Die Feuerwehr rettete zwei Besatzungsmitglieder von Bord. Noch in der Nacht wurde das Schiff wieder soweit flott gemacht, sodass es nach Lauenburg in die Hitzler-Werfe geschleppt werden konnte.

Großeinsatz Freitagabend am Altengammer Hauptdeich: Gegen 18.30 Uhr lief ein mit Kohle beladenes Frachtschiff auf Grund. Große Mengen Wasser drangen über das Heck ein. Die Feuerwehr rückte mit zahlreichen Fahrzeugen an. Insgesamt waren etwa 150 Helfer von Feuerwehr, DLRG und THW im Einsatz. Zwei Besatzungsmitglieder wurden mit einem Kleinboot von Bord geholt.

Die „Niedersachsen 12“ war mit 1470 Tonnen Kohle an Bord elbaufwärts unterwegs, als sie aus noch ungeklärter Ursache vor Altengamme leck schlug. Der Schiffsführer soll sie daraufhin am nördlichen Elbufer auf Grund gesetzt haben, um ein Sinken zu verhindern. Als die ersten Retter eintrafen, war das Heck des 82 Meter langen und 9,50 Meter breiten Schiffes weit ins Wasser eingetaucht, ein Leerpumpen zunächst nicht möglich.

Die Feuerwehr war mit mehreren Kleinbooten und einem Löschboot im Einsatz. Der Havarist wurde mit Ölsperren eingeschlängelt. Vorsorglich rückten auch ein Rettungshubschrauber und Taucher an. Während der Hubschrauber rasch wieder starten konnte, blieben die Taucher vor Ort. Sie sollten den Schiffsrumpf, wenn möglich, auf Schäden untersuchen.

Die Bergungsarbeiten dauerten in der Nacht an. Es gelang schließlich, das Wasser aus dem Maschinenraum zu lenzen und in ein dahinter liegendes Tankschiff zu pumpen. Zudem wurde ein Teil der Ladung auf ein anderes Schiff umgeladen. Das entsprechend geleichterte Schiff (Tiefgang knapp drei Meter) schwamm auf und konnte zur Schleuse Geesthacht geschleppt werden. Dort wurde der Rest der Ladung gelöscht. Im Verbund mit der „Niedersachsen 11“ wurde das havarierte Binnenschiff Sonnabendvormittag Richtung Lauenburg geschleppt. Auf der Hitzler-Werft sollen die Schäden angesehen und so der Ursache für die Havarie auf den Grund gegangen werden.