Naturschutz Hamburg zieht die Störche an

Foto: Torsten Demuth/Nabu

Kirchwerder. 26 Storchenpaare brüten derzeit in Hamburg. Regen und Kälte haben aber schon Opfer in Curslack gefordert.

Sie sind erst zwei oder drei Tage alt und lassen sich gern noch ausgiebig unter Mutters Gefieder wärmen: Drei, möglicherweise auch vier, kleine Störche haben ihre Kinderstube im Horst auf dem Biohof Eggers eingerichtet.

Regen und Kälte fordert Opfer in Curslack

Die Kleinen recken ihre Hälse nur selten deutlich in die Höhe und so ist eine genaue „Volkszählung“ noch nicht möglich. Traurige Gewissheit ist dagegen, dass der Nachwuchs bei den Störchen Rolf und Maria am Achterschlag in Curslack den heftigen Regenfällen bei Temperaturen um nur vier Grad Celsius in der vergangenen Woche zum Opfer gefallen ist.

26 Storchenpaare brüten in Hamburg

Derzeit brüten hamburgweit 26 Storchenpaare, davon 23 in den Vier- und Marschlanden. Im vergangenen Jahr hatten von 23 aus dem Süden zurückgekehrten Paaren nur 15 erfolgreich gebrütet. Doch die Steigerung ist nur sehr bedingt Anlass zum Frohlocken. Denn Ursache könnte, so die Ansicht des Naturschutzbund Deutschland (Nabu), die Verschlechterung der Lebensräume in den angrenzenden Bundesländern sein. „Allein in Mecklenburg-Vorpommern hat der Brutbestand wegen des Maisanbaus um 30 Prozent abgenommen. Die Störche sind deshalb gezwungen, auf andere, noch halbwegs intakte Brutgebiete auszuweichen“, sagt Jürgen Pelch, Storchenbetreuer beim Nabu.

Senatorin Jutta Blankau lobt Nabu-Arbeit

Neben Rüdiger Wolff, Schirmherr des Nabu-Storchenschutzes, warf auch die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau (SPD), gestern einen Blick in den Storchenhorst. Sie lobte die Arbeit des Nabu als beispielgebend. Er stellt den Tieren in Hamburg seit Jahren 50 fertige Nester zur Verfügung. Im vergangenen Winterhalbjahr wurden vier neue Storchenmasten aufgestellt. Davon sind schon drei von Störchen angenommen worden. Pelch lobte, dass der Stromversorger Vattenfall auf Initiative des Nabu Windfahnen an Stromleitungen angebracht hat, und so dem Stromschlagtod von Störchen entgegenwirkt. Zudem habe sich das Grabenräumprogramm der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt positiv auf die Nahrungssituation der Störche ausgewirkt.

Windräder und Maisanbau gefährden Störche

Alexander Porschke, Vorsitzender des Nabu Hamburg, wies auf Gefahren für Störche hin, wie Windräder und die wachsende Monokultur Maisanbau. Er appellierte an die Stadt, den Naturschutz-Etat zu erhöhen.

Die Störche Rolf und Maria sollen weiter auf der Webcam des Nabu zu beobachten sein: www.NABU-Hamburg.de/storchencam. Wer den Nabu-Storchenschutz unterstützen möchte, kann dies mit dem Kauf der CD „Segeln im Wind“ von Rüdiger Wolff tun. Die CD kostet 5 Euro. Bezug: Nabu Hamburg, Klaus Groth-Straße 1, 20535 Hamburg, E-Mail: info@NABU-Hamburg.de.