Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/vier-und-marschlande/article104876/Ziel_Mehr_Sicherheit_fuer_Kradfahrer.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Ziel: Mehr Sicherheit für Kradfahrer

Kirchwerder. Die Polizei suchte gezielt das Gespräch mit Bikern – und verzeichnete nach anfänglicher Zurückhaltung eine gute Resonanz auf ihre Aktion am Fähranleger Zollenspieker.
Tina Godglück und ihr Freund Matthias Tönns sind begeistert von der Videotechnik, die ihnen Oberkommissar Stefan Müller an seinem Dienstmotorrad vorführt.
Foto: Katja Hardter
Tina Godglück und ihr Freund Matthias Tönns sind begeistert von der Videotechnik, die ihnen Oberkommissar Stefan Müller an seinem Dienstmotorrad vorführt.
Viele Biker zeigten anfangs Berührungsängste, suchten später aber doch das Gespräch mit den Experten: Tina Godglück aus Hamburg-Langenhorn war eine von denen, die es am Wochenende beim Verkehrssicherheits-Infotag für Kradfahrer am Zollenspieker Fähranleger ganz genau wissen wollten: Die flotte 37-Jährige macht derzeit ihren Motorrad-Führerschein, Prüfung ist im Mai. Gemeinsam mit ihrem Freund Matthias Tönns (42), der ein Jahr Fahrpraxis auf seiner Yamaha hat, ließ sie sich von Oberkommissar Stefan Müller die Technik der Videoüberwachung an seinem Dienstmotorrad erklären.
Als Polizeikrad ist es überhaupt nicht zu erkennen – lediglich ein unauffälliges Blaulicht sowie ein Signalgeber mit dem Leuchttext „Bitte folgen“, die bei Bedarf eingeschaltet werden, sind am Heck montiert. „Total interessant, dass man mal im netten Gespräch erfährt, was man sich nicht leisten darf, um nicht gestoppt und verwarnt zu werden“, sagt sie und lacht. „Ich möchte nie im Fokus solch einer Videoaufnahme stehen. Aber ich glaube, Frauen fahren generell nicht so leichtsinnig, rücksichtslos, lärmend und schnell wie Männer. Wir haben kein Imageproblem, sondern setzen eher auf Genuss.“
Das kann Stefan Müller bestätigen. Nötigung, Abstandsverstöße, Rasen, Manipulieren am Motorrad: zu 95 Prozent Männersache. „Aber auch die werden immer einsichtiger, wenn wir mit ihnen reden. Wir arbeiten gern präventiv, wollen möglichem gefährdendem Verhalten von Motorradfahrern mit umfassenden Informationen vorbeugen. Wichtiges Ziel unser Aktion ist es, die Zahl der Unfalltoten weiter zu reduzieren.“ Dass dies gelungen ist, zeigen die Zahlen: Im vorigen Jahr sind im Vergleich zu 2009 lediglich fünf Biker auf Hamburger Straßen tödlich verunglückt, 2009 waren es noch elf. Auch die Zahl der Verletzten sei gesunken. Ob das unter anderem auch an dem Motorrad-Videoteam liegt, das seit 2008 in Hamburg im Einsatz ist und immer öfter Präsenz zeigt? „Wir sind aus heiterem Himmel da, sind viel beweglicher als unsere Kollegen in den Autos“, sagt Müller. „Die Biker wissen das...“
In Schleswig-Holstein und Niedersachsen gibt es das System der Videokrad-Überwachung nicht, erklärt der Leiter der Hamburger Verkehrsdirektion, Dietmar Kneupper, der die Aktionstage zur Verkehrssicherheit zum Schulen des Gefahrenbewusstseins für eine „sinnvolle Sache hält“. Unterstützt wird die Polizei dabei von den Partnern des Forums Verkehrssicherheit Hamburg unter Leitung der Behörde für Inneres und Sport, dem Fahrlehrerverband Hamburg, dem TÜV Hanse, dem Regionalverband der Johanniter-Unfallhilfe Harburg und anderen.
Auch beim Rettungsassistenten Wilfried Remmfanz und seinen ehrenamtlich arbeitenden Kollegen der Johanniter-Unfallhilfe Harburg herrschte reger Andrang: In Sachen Erste Hilfe bemühten sich Stefan Cruz (50) aus Barmbek und Richard Wiese (23), ihre schon „veralteten Kenntnisse“ über richtige Lagerung und Hilfe für Verletzte am Unfallort wieder aufzufrischen. „Da hat sich so einiges verändert“, meinte Biker Cruz überrascht, der an einer Puppe das richtige Beatmen übte.
Bei Sabine Darjus vom Fahrlehrerverband konnten speziell Wenigfahrer und Wiedereinsteiger die Beherrschung ihres Motorrads ganz praktisch auf den Straßen am Zollenspieker Hauptdeich testen: Balance-Übungen, Wendemanöver und Kurventraining waren Herausforderungen, der sich die Kradfahrer im Sicherheitstraining geduldig stellten.
5 Kommentare
Sonntagsfahrer meint:
Ich hab mit dem Auto jemand langsam fahrenden, auf eine Geraden, auf dem Deich überholt und das zu schnell.
Aber konntet ihr ja nicht wissen.
Immer logger und floggich bleiben.

Frohe Ostern
Im-Landgebiet-Lebender meint:
@ Rasende Vollidioten (Motorradfahrer)

Wenn ihr wieder hinterm Deich liegt, weil ihr mal wieder mit 130 km/h in kurven durchnagelt und überhohlt wo man mit normalen menschenverstand nicht überhohlen kann/soll, werd ich klatschen und wünsch mir für die nächsten rollsplit in den nächsten kurven.

Für allen anderen "Normalen" Motorradfahrern, ein gesundes Knattern der Machinen und das Optimale Licht, damit die Maschine im Rechten Licht steht.
Anti-Raser meint:
@ Sonntagsfahrer

Was bist Du denn für ein Vollpfosten?? Gehörst wohl auch zu den Unbelehrbaren und Sch...-Rasern im Landgebiet !!!

Gott sei Dank werden ja ab und zu einige dieser Schwachmaten von Leuten wie Stefan Müller gekrallt. Leider immer noch zu wenige...

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008