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Die besondere Beziehung von Bergedorf 85 zum FC St. Pauli II

Bergedorf. Vier Spiele, vier Siege – die Weste des Regionalliga-Absteigers FC St. Pauli II in der Oberliga ist blütenweiß.
Kohbau-Cup, FC Bergedorf 85 - FC St. Pauli II, Gökhan Iscan, Kristoff Kurczynski
Foto: Hanno Bode
Beim Kohbau-Cup des SV Curslack-Neuengamme trafen beide Teams im Juli bereits aufeinander. Damals gewannen die Bergedorfer mit 6:5 nach Elfmeterschießen. Hier behauptet sich Gökhan Iscan (l.) im Laufduell gegen St. Paulis Kristof Kurczynski.
Nun liegt es an Bergedorf 85, die Spitze wieder enger zusammenrücken zu lassen. (Sonntag, 15 Uhr, Sander Tannen). Beide Teams verbindet seit jeher eine besondere Beziehung, das gilt für vergangene Spielergenerationen ebenso wie für die aktuelle. Dezent sei daran erinnert, dass „85“ den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte gegen St. Paulis „Zweite“ erreichte: der 2:1-Erfolg im Hamburger Pokalfinale 2003.
Dennoch ist der Kiezklub so etwas wie eine „Endstation Sehnsucht“ für viele Bergedorfer Kicker geblieben. Die zweite Mannschaft erscheint vielen Talenten als ideales Sprungbrett, um sich für den Bezahlfußball anzubieten. Der defensive Mittelfeldspieler Gökhan Iscan zum Beispiel hoffte vier Jahre lang, bei St. Pauli II den Sprung zu den Profis zu schaffen, bevor der Traum vom bezahlten Fußball schließlich platzte.
Nun zieht Iscan im Bergedorfer Mittelfeld die Fäden, und das blendend. Den Traum von Profi-Fußball träumen derweil andere weiter. Deran Toksöz wechselte im Winter von „85“ zum Kiezklub, Kutay Keklikci folgte im Sommer. Während der Verteidiger momentan nach einem Mittelfußbruch langfristig ausfällt, ist Toksöz ebenso wie der frühere Curslacker Nils Pichinot eine feste Größe im Team. Beide werden wohl auch gegen Bergedorf 85 auflaufen.
Wenn denn überhaupt gespielt werden kann. „Es ist zu früh, darüber zu spekulieren“, schätzt „85“-Coach Manfred Nitschke, der Freitagabend wie gewohnt zum Training an die Marienburg auswich. Schließlich ist der Rasen an den Sander Tannen gerade erst neu eingesät worden.
Die Bergedorfer werden die Begegnung aber schon deswegen unbedingt austragen wollen, weil sie momentan so gut drauf sind wie lange nicht mehr. Die jüngsten Ergebnisse – 5:1 gegen BU, 5:0 gegen „Cordi“ – sprechen Bände. Nachdem auch Rinik Carolus nach seinen Oberschenkel-Problemen wieder fit ist, hat Nitschke personell die Qual der Wahl und will auch gegen St. Pauli II stürmen lassen: „Ich bin kein Freund von vorsichtigem Fußball.“
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