SV Curslack-Neuengamme
Brasilianische Momente
Sonntag, 22. August 2010 20:49
- Von Alexander Kobs
Curslack. Marco Theetz, Mittelfeldspieler des Oberligisten SV Curslack-Neuengamme, ist immer für einen „brasilianischen Moment“ im Fußball gut.

Foto: Volker Koch
Wuchtig klärt Marco Blättermann (SVCN, vorn) vor seinem Gegenspieler Sascha Kuzmanov.
Im Heimspiel gegen den Wedeler TSV flog das Leder nach einer Ecke von Matthias Reincke über Umwege halbhoch auf Theetz zu. Der 29-Jährige fackelte nicht lange und setzte freistehend am Fünfmeterraum zum Fallrückzieher an. Akrobatisch traf Theetz die Kugel mit dem Vollspann und markierte den viel umjubelten 1:1-Ausgleich (25.). Am Ende punktete der SVCN dreifach. Für den glücklichen 2:1-Siegtreffer der Vierländer, die bereits in der siebten Minute durch einen desolaten Abwehrfehler in Rückstand geraten waren, sorgte wieder einmal Curslacks Torjäger vom Dienst, Christian Spill, der auf ebenso kuriose Art und Weise wie zuvor Theetz ins Tor traf (65.).
„Wir hatten uns das Spiel eigentlich anders vorgestellt“, ließ Curslacks Trainer Torsten Henke seine Zuhörer auf der anschließenden Pressekonferenz wissen. „Wir sind in der ersten Halbzeit nur nebenher gelaufen und haben Begleitschutz gegeben“, stellte der Coach ernüchternd fest. Besonders schwer im Magen dürfte ihm die Entstehung des Gegentreffers liegen. Einen Ballverlust auf der linken Abwehrseite nutzte Wedels Abdullah Yilmaz, um den in der Mitte völlig freistehenden Sascha Kuzmanov zu bedienen. Dieser sagte „Danke“ und schob ohne Probleme zum 1:0 ein. „Das war ein katastrophales Abwehrverhalten“, gab Henke zu Protokoll.
Umso erfreulicher für die 155 Zuschauer am Gramkowweg war dann die filigrane Einlage von Theetz zum 1:1. Nach einer vermeintlichen Tätlichkeit von SVCN-Mittelfeldspieler Sven Möller gegen Yilmaz (44.) mussten die Gastgeber die Partie jedoch in Unterzahl fortsetzen. Schiedsrichter Björn Krüger hatte das Ball-Nachspitzeln des am Boden liegenden Möller als Nachtreten bewertet und dem Neuzugang vom VfL Lohbrügge Rot gezeigt. In Unterzahl war es der bis dato unauffällige Spill, der die Curslacker schließlich in Front brachte. Mit dem Rücken zum Tor stehend, nahm Spill den Ball im Strafraum an und hob ihn über sich selbst, seinen Gegenspieler und den Wedeler Torwart hinweg direkt ins gegnerische Gehäuse.
Als schließlich Wedels Yilmaz die Gelb-Rote Karte sah (70.) und die Spieleranzahl auf dem Feld wieder ausgeglichen war schien der Sieger festzustehen. Doch erst nachdem SVCN-Keeper Frederic Böse einen gefährlichen Freistoß von Bayram Burak aus dem unteren linken Toreck gefischt hattte (87.), gab es Gewissheit: Die Vierländer siegten mit 2:1, vor allem Dank der südländischen Einlagen von Theetz und Spill.
SVCN: Böse (2); Sander (3-4), Figge (3), Blättermann (3), Zöpfgen (3-4); Möller (4), Többen (4) ab 46. Wulff (3), Theetz (3) ab 83. Flick (-), Mahrt (4); Reincke (4), Spill (3-4) ab 89. Kock (-).
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