Sportgespräch
Wenn der Vater mit dem Sohne...
Mittwoch, 18. August 2010 19:58
- Von Olaf Lüttke
Bergedorf. Dass er bei Bergedorf 85 gelandet ist, lag vor allem an seinem Freund Rüdiger Schwarz. Der holte ihn 2001 an die Sander Tannen. Seitdem hat Manfred Nitschke als Co-Trainer, Obmann und nach Schwarz’ Weggang als Chef-Coach bei den „Elstern“ gearbeitet. Die Sportredaktion sprach mit dem 62-Jährigen über den Saisonstart seiner Mannschaft und sein Engagement bei „85“.

Foto: Hanno Bode
Manfred Nitschke.
Olaf Lüttke: Herr Nitschke, hatten sie nach den schwachen Auftritten Ihrer Mannschaft gegen Curslack und Bramfeld die Befürchtung, dass der Start ähnlich schlecht verlaufen könnte wie in der vorherigen Saison?
Manfred Nitschke: Nein. Nach meiner Auffassung haben wir nur ein schlechtes Spiel gemacht und zwar gegen Curslack. Drei Tage später konnten wir durch den Sieg im Pokalspiel egalisieren. In Bramfeld haben wir nicht überragend gespielt, aber immerhin besser als Meiendorf, das gegen den BSV verloren hat. Wahrscheinlich wäre es mir anders gegangen, wenn wir auch im Pokal gegen die Curslacker verloren hätten. Gegen Barmbek-Uhlenhorst hat die Mannschaft dann gezeigt, welches Potenzial sie hat. Die Formkurve zeigt eindeutig nach oben.
Dennoch hat auch die Partie gegen BU gezeigt, dass Ihre Mannschaft, wie in der ersten Halbzeit deutlich zu sehen war, häufig zu verspielt ist, anstatt den direkten Weg zu suchen.
Ich will spielerische Lösungen, aber die dürfen nicht in Schlafmützigkeit enden. Ich will den Jungs die Spielfreude nicht nehmen, aber man darf nie die Effektivität aus den Augen verlieren. Wir haben ein paar Typen in der Mannschaft, die zielstrebig spielen. Wie Rinik Carolus, der dynamisch ist und dabei sehr körperbetont spielt. Oder wie Eddi Örün, der immer versucht, zum Abschluss zu kommen. Aber es gibt auch Spieler, die das Ding mit der Hacke machen wollen. Daran arbeiten wir im Training.
Was hält Sie mit 62 Jahren noch bei der Stange? Können Sie sich überhaupt vorstellen, mit dem Fußball komplett aufzuhören?
Das kann ich mir sehr wohl vorstellen, auch wenn ich es noch nicht probiert habe. Schließlich habe ich seit meinem Eintritt beim Lüneburger SK am 26. Oktober 1958 immer mit Fußball zu tun gehabt.
Einen Augenblick. Woher wissen Sie das Datum so genau?
Ich habe die Eintrittserklärung von einem Freund geschenkt bekommen und seitdem steht sie neben dem Hochzeitsfoto auf meinem Schreibtisch. Jedenfalls konnte und kann ich viele Dinge wie Musik, Theater oder Reisen nicht wahrnehmen, weil der Fußball immer einen großen Raum eingenommen hat. Wichtig ist für mich, dass ich die Sache bei Bergedorf 85 zusammen mit meinem Sohn Ben machen kann. Ich habe viel Freude daran, jungen Leuten etwas beizubringen. Das bringt wohl auch mein Beruf als Lehrer mit sich. Und ich denke, meine Art kommt bei den Spielern gut an. Sonst hätten Sie mich nicht gebeten, nach dem Umbruch noch ein zweites Jahr mit Ihnen zu arbeiten.
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