Handball
„Elbdiven“ in Feierlaune – Aumühle muss zittern
Montag, 15. März 2010 20:38
- Von Oliver Schröder
Lauenburg. Das Lauenburger Publikum hält nach dem Treffer von Maren Lucas zum 21:15 nichts mehr auf den Sitzen. Elf Minuten vor dem Ende des Oberliga-Derbys zwischen den Handballerinnen der Lauenburger SV und dem TuS Aumühle-Wohltorf erzielen die Elbestädterinnen ihren vierten Treffer in Folge.

Foto: Erdal Torun
Den Aumühlerinnen fehlte die letzte Entschlossenheit: Hier behauptet sich Lauenburgs Meike Bitzer (2.v.r.) trotz Umklammerung von Inga Westphal gegen eine Überzahl von Gästespielerinnen.
Die Gäste aus Aumühle taumeln wie ein angeschlagener Boxer. „Du kannst auch ruhig mitklatschen“, ruft plötzlich ein Lauenburger Fan Jean-René Dambel zu. Der Teammanager der HSG Red Blue und Anhänger des TuS winkt enttäuscht ab. „Das ist mir zu anstrengend.“ Die Feierlaune war ihm vergangen. Vor allem in den letzten 20 Minuten hatte die TuS vor gut 300 Zuschauern nur noch wenig entgegenzusetzen. Am Ende stand ein verdientes 26:19 (Halbzeit 13:12) für die LSV zu Buche.
Für Aumühle rückt die neue Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein sechs Spieltage vor Schluss in fast unerreichbare Ferne. Der Rückstand auf Platz acht beträgt bereits sieben Punkte. „Wir wissen, dass es jetzt sehr schwierig wird. Die Qualität es trotzdem zu schaffen, haben wir aber“, erklärte Aumühles Marion Meschede.
In Lauenburg erwischte die 39-Jährige einen rabenschwarzen Tag. Die erneut starke LSV-Defensive brachte die eigentlich für Torgefahr bekannte Meschede (97 Saisontreffer) schier zur Verzweiflung. Gleich sieben Wurfversuche der Rückraumspielerin blockten die Lauenburgerinnen ab. Nur einmal trug sich Meschede an diesem Tage in die Torschützenliste ein – per Siebenmeter in der Schlussminute.
Die „Elbdiven“ präsentierten sich vor des Gegners Kasten entschlossener, vor allem im zweiten Durchgang. „Aumühle hat da einfach nicht mehr so oft getroffen“, brachte es LSV-Keeperin Lena Kaatz auf den Punkt. Sieben Tore im zweiten Spielabschnitt sind einfach zu wenig. „Wir haben die letzte Entschlossenheit vermissen lassen“, stellte TuS-Coach Thomas Brodeßer klar.
Trotz des Erfolgs im Derby drückte LSV-Coach Rolf Ahrenbog auf die Euphoriebremse: „Ich bin zufrieden. Aber die letzten Aufgaben werden keine Selbstgänger.“ Sein Team empfängt unter anderem noch den Tabellenführer Altenholz. Der angepeilte Platz unter den ersten Fünf ist also noch nicht in trockenen Tüchern. Die Teilnahme an der neuen Oberliga aber so gut wie. Aumühle hingegen hat am kommenden Sonntag (17 Uhr) ein echtes Endspiel vor der Brust. Dort erwartet der TuS den Tabellenachten, die HSG Tarp-Wanderup.
LSV-Tore: Jender (5), Lucas, Streisel (je 4), Mehrkens (3/2), Geschke (3), Asmussen, Bitzer, Gelsen (je 2), Bräun (1).
TuS-Tore: Franke (9), Synold (4), Schmenk (2), Seidel, Tode, Wiebracht (1), Meschede (1/1).
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