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Erfolgreicher als der Verband erlaubt

Bergedorf. Es war einer jener magischen Momente, wie ihn vielleicht nur der Fußball kreiert.
In der Übermacht: Die Bergedorferinnen Michelle Pfeifer, Finn Müller und Nurdan Üstün (v. l. n. r.) attackieren Tina Hied von Holstein Kiel II. Beim Kampf um eine Spielgenehmigung fühlen sich die „85“-Frauen hingegen ziemlich allein gelassen.
Foto: Volker Koch
In der Übermacht: Die Bergedorferinnen Michelle Pfeifer, Finn Müller und Nurdan Üstün (v. l. n. r.) attackieren Tina Hied von Holstein Kiel II. Beim Kampf um eine Spielgenehmigung fühlen sich die „85“-Frauen hingegen ziemlich allein gelassen.
Im Aufstiegsspiel zur Frauen-Regionalliga zwischen Bergedorf 85 und dem Ratzeburger SV lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit. 0:0, das reichte den Gästen vom RSV. Noch einmal warfen die „Elstern“ alles nach vorn. Kurz vor der Strafraumgrenze bekam Sabine Grelck den Ball. „Ich habe einfach nur draufgehalten“, wird sie später sagen. Vom Körper der RSV-Keeperin Nicole Tiede kullerte der Ball ins Netz. – 1:0, Abpfiff.
Der Ratzeburger SV sollte dem Aufstieg danach nie mehr so nahe kommen wie damals an jenem 3. Juni 2007. Bergedorf 85 hingegen stand unverhofft in der Regionalliga. Die Euphorie war riesengroß. Der Verein schien vor einer rosigen Zukunft zu stehen. Tatsächlich etablierte sich das Team von Trainer Marco Strauer auf Anhieb in der Regionalliga.
Trainer Marco Strauer.
Foto: Volker Koch
Trainer Marco Strauer.
Nun müssen die „Elstern“ um ihren Verbleib in der Regionalliga fürchten, denn sie haben Probleme, die Regularien des Norddeutschen Fußball-Verbandes und der Deutschen Fußball-Bundes zu erfüllen. Die besagen, dass Vereine, die eine Mannschaft in der Regionalliga melden, mindestens noch eine zweite Frauen-Mannschaft sowie zwingend auch eine B-Mädchenmannschaft im Spielbetrieb haben müssen (§13 Durchführungsbestimmungen des NFV). Würden die Bergedorferinnen aufsteigen, wären in der 2.Bundesliga sogar eine zweite Frauen-Mannschaft und zwei weibliche Jugend-Teams, davon eine B-Mädchenmannschaft gefordert (§62 Abs. 2.5 der DFB-Spielordnung). „Es ist wichtig, dass die Vereine einen entsprechenden Unterbau mitbringen“, informiert die spielleitende Stelle des DFB.
Und genau da hakt es bei den „Elstern“. Vom Boom nach der WM konnte der Verein nicht profitieren, da Nachbarklubs wie der SV Nettelnburg/Allermöhe oder der SC Vier- und Marschlande bessere Spielbedingungen und Strukturen bieten konnten. Insofern wäre eine Spielgemeinschaft mit einem der Nachbarvereine die logische Lösung, doch auch da ist wieder der Verband davor. „Spielgemeinschaften sind nicht zulässig“, heißt es unisono in den Vorschriften von DFB und NFV.
„Was also tun?“ Eine mögliche Lösung wäre, dass die Mannschaft den Verein wechselt. Dann müsste sich aber die komplette Frauen- und Mädchenabteilung einem anderen Klub anschließen. Solche Fälle hat es gegeben: So schlossen sich die Frauen des TuS rechtsrheinisch Köln ausgerechnet Bayer 04 Leverkusen an.
„Für uns kommt das nicht in Betracht“, betont „85“-Coach Strauer, „wir haben dem Verein so viel zu verdanken. Ein Wechsel würde mehr kaputtmachen als wir aufgebaut haben.“ Lieber steigen sie halt zwangsweise ab. Und das wäre dann das traurige Ende eines Sommermärchens.
4 Kommentare
Floh meint:
Deswegen sucht Hammer ja auch eine Mädchen B-Jgd im Umkreis, weil die Mädels einen eigenen Obmann haben und Hammer nur "kommisarisch" im Amt ist !
Mach mal die Augen auf, oder meinste, Hammer gibt die Fäden aus der Hand ?
Andreas meint:
Ja kennst Dich wohl nicht aus wah ? Die Damen und Mädchenabteilung hat Ihren eigenen Obmann und Hammer ist ja bestimmt nur noch bis zur Mitgliederversammlung kommisarisch im Amt sonst können die sich doch gleich die Kugel geben in Bergedorf !
Floh meint:
Einen JFV mit SCVM, SVNA oder VfL ???????
Mit FC BERGEDORF 85 und HAMMER ???????
Hast du einen Knall oder hast du das letzte Jahr geschlafen ??
Ich glaub es nicht !!!!!!!!

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© Bergedorfer Zeitung 2008