Judo
Miriam Butkereit holt Gold bei den „Deutschen“
Freitag, 5. März 2010 20:29
Glinde. Nach dem dritten Kampf stand das Unternehmen „Meistertitel“ auf Messers Schneide. Sechs Minuten lang hatten sich Miriam Butkereit vom TSV Glinde und Lena Krautscheid (JC Hennef) bekämpft.
Doch eine entscheidende Wertung war keine der beiden Judoka bei den deutschen Meisterschaften der Altersklasse U17 in Nürburg gelungen. Die Kampfrichter mussten also entscheiden. „Ich war ganz schön nervös“, sagte Miriam. Die Unparteiischen entschieden sich schließlich für die 15-jährige Glinderin. Der Rest war eine klare Angelegenheit. Nach einem Sieg mit Ippon, einem ganzen Punkt, zog die TSV-Kämpferin ins Finale ein. Und auch hier zeigte das Mitglied der deutschen U-17-Nationalmannschaft ihre Klasse. Mit einem Haltegriff hielt die Schülerin des Gymnasiums Glinde ihre Gegnerin Nicole Mosgoll (Bottrop) am Boden. Der deutsche Meistertitel in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm war nach zwei Minuten und 36 Sekunden Kampfzeit perfekt. Miriam riss die Arme hoch, herzte ihre Gegnerin und freute sich über Gold.
„Ich wollte mich unbedingt verbessern“, sagte die TSV-Judoka, die im vergangenen Jahr Dritte wurde. Einen siebten Platz konnte sich am Nürburgring ihr Vereinskamerad Simon Hilker in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm erkämpfen.
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Fünfmal in der Woche steht die 15-Jährige auf der Matte und trainiert. Seit vergangenem Jahr kämpft sie auch international. Ihr großes Ziel für dieses Jahr sind die Europameisterschaften im Juni in Prag. Allerdings ist eine Nominierung für die Titelkämpfe noch nicht gesichert. Denn Miriams größte Konkurrentin, die Duisburgerin Lea Reimann, musste nach einer Verletzung bei den „Deutschen“ passen.
Viel Zeit, um sich auf ihren Meisterlorbeern auszuruhen, bleibt Miriam allerdings nicht. Bereits am Freitag fliegt sie nach Zagreb. Dann wird die Glinderin wieder den Judo-Anzug mit dem Adler überstreifen, um die deutschen Farben bei einem internationalen Turnier zu vertreten. Und sollte es ähnlich gut laufen wie bei den „Deutschen“, könnte Miriam einen weiteren Schritt in Richtung Europameisterschaft machen.
Bergedorfer Zeitung Online
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