Boxnacht in Schwarzenbek
Schlagkräftiges „Nordschmiede“-Trio
Sonntag, 28. Februar 2010 18:55
- Von Hanno Bode
Schwarzenbek. Als Hamid Rahimi am späten Sonnabend beim ersten Kampfabend des neuen Boxveranstalters „Nordschmiede“ in den Ring des Fitness-Treffs am Hans-Koch-Ring in Schwarzenbek gerufen wurde, brach unter seinen afghanischen Landsleuten im Publikum Jubel aus.
„Hamid, Hamid“, schrien die Fans des in Kabul geborenen Mittelgewichtlers und hielten vereinzelt T-Shirts mit dem Gesicht ihres Idols oder Nationalflaggen in die Höhe. Ein Blitzlichtgewitter erhellte den abgedunkelten Saal, als der 26-Jährige schließlich aus den Katakomben durch den Kunstnebel auf die Bühne sprintete. Da stand er nun. Der Blick stechend, die Fäuste geballt und die Stirn gänzlich frei von Angstschweiß. Der „Drachen“, so Rahimis Kampfname, schien vor dem Duell mit dem Russen Juri Zaytsev kühl bis ans Herz zu sein. Der Eindruck täuschte nicht. Es folgte eine gerade einmal eineinhalb Runden lange Demonstration der eigenen Stärke, dann hatte der Billstedter den Hauptkampf des Abends durch technischen K. o. gewonnen.
Rahimi ließ sich nach seinem 13. Sieg im 13. Profikampf minutenlang von seinen Fans feiern, gestand anschließend aber auch ehrlich ein, nervöser gewesen zu sein, als es den Anschein hatte: „Es war für mich heute doppelt stressig, da ich ja auch Mitveranstalter war. Umso schöner, dass alles geklappt hat.“ Überbewerten indes sollte der 1,81 Meter große Mittelgewichtler den Erfolg besser nicht. Denn Zaytsev war kein Gegner auf Augenhöhe, sondern gehörte eher in die Rubrik „Fallobst“. Daran indes trug Rahimi keine Schuld, hatte der eigentlich vorgesehene Kontrahent, Petr Rykala aus Tschechien, doch abgesagt.
Auf noch weniger Gegenwehr als sein „Nordschmiede“-Stallgefährte war zuvor Erhard Kebo getroffen. Der von Kopf bis Fuß tätowierte Schwergewichtler prügelte derart erbarmungslos auf den Tschechen Josef Kurvcaj ein, dass einem angst und bange werden musste um den Kontrahenten, der allerdings auch die Vitalität eines umfallenden Kaffeesacks zeigte. Nach rund einer Minute war der Spuk vorbei: Sieg durch technischen K. o.
Den zweifellos anspruchsvollsten und ausgeglichensten Fight lieferten sich Joppe Lemmens und Marco Heinichen. Über sechs Runden sahen die rund 400 Fans in Schwarzenbek ein technisch sauberes Cruisergewichts-Duell, an dessen Ende schließlich „Nordschmiede“-Profi Lemmens nach Punkten siegte. Die übrigen vier Kämpfe hatten als Vorprogramm für die Auftritte des Trios des neuen Boxstalls gedient. „Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden“, resümierte Veranstalter Christian Dittrich.
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Weitere Ergebnisse: Halbschwergewicht: Mohamad Rasuli (Afghanistan) – Rudolf Murkol (Tschechien) 40:36 nach Punkten;
Superweltergewicht: Islam Vadelgov (Russland) – Vaclav Bodack (Tschechien) K.-o.-Sieg Vadelgov;
Cruisergewicht: Jan Peter Kongshaug (Norwegen) – Radek Janousek (Tschechien) 36:39 nach Punkten.
Cruisergewicht: Jevgeni Janzen (Russland) – John Mifuba (Kongo) Technischer K.-o.-Sieg Janzen.
Bergedorfer Zeitung Online
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