Boxabend in Schwarzenbek
Ein „Drache“ mit Sinn für Feinheiten
Donnerstag, 25. Februar 2010 18:41
- Von Volker Gast
Schwarzenbek. Eine Stunde Sparring sind für Hamid Rahimi noch lange nicht genug. Aufgeregt tänzelt er herum und demonstriert, worauf es beim Boxen ankommt.

Foto: Erdal Torun
Hamid Rahimi beim Sparring mit seinem Trainer Owen Reece.
„Du musst auf so viele Dinge achten: die Hüfte, die Schlaghand, die Drehung. Boxen besteht aus vielen Feinheiten“, beschreibt er mit ansteckender Begeisterung, während seine Fäuste Millimeter vom Reporter-Kopf entfernt Löcher in die Luft schlagen. Keine Frage, dieser Mann versteht es, mit seinen Händen umzugehen.
Der 26-jährige Rahimi ist der Hauptkämpfer beim Profi-Boxabend am Sonnabend, 27. Februar (18.30 Uhr), im Schwarzenbeker Fitness-Treff (Hans-Koch-Ring 11). Dass sein Gegner bis zu dieser Woche noch gar nicht feststand, kann ihn nicht nervös machen. „Ich bin Profi. Ich muss mit jedem zurechtkommen“, betont Rahimi, „die wollten mir erst so einen komischen Gegner geben. Das habe ich abgelehnt. Ich boxe lieber schwere Kaliber, auch wenn ich mal verlieren sollte. Schließlich will ich nach oben.“ Er bekommt es nun mit dem Tschechen Petr Rykala zu tun, der zwar von seinen 37 Kämpfen 34 verloren hat, aber schon viele große Namen im Mittelgewicht geboxt hat, beispielsweise Artur Abraham. Gegen „King Artur“ ging Rykala 2003 in der zweiten Runde k.o.
Während sich die Karriere seines 32-jährigen Gegners also langsam dem Ende zuneigen dürfte, blickt Rahimi nach vorn. Am Ende des Jahres möchte er in der internationalen IBF-Rangliste notiert sein, um Chancen auf einen Titelkampf zu haben. Angefangen hatte alles, als er als 16-Jähriger zum Boxen ging, um etwas abzunehmen. Rahimi, der in Afghanistan geboren wurde und vor dem Krieg nach Hamburg-Jenfeld floh, ist ein sportliches Multi-Talent, spielte Basketball in der Hamburger Jugend-Auswahl. Doch der Kampfsport wurde seine Leidenschaft. Er ging nach Thailand und lernte dort die Grundlagen des Thai-Boxens. Davon inspiriert, eröffnete er in Hamburg die „Buddha Lounge“. Rahimi konzentrierte sich dann ganz aufs Boxen, wurde 2006 Profi und nennt sich nun Hamid „Dragon“ Rahimi. „Der Drachen ist das stärkste Tier, praktisch unbesiegbar“, erklärt der 26-Jährige die Wahl seines Kampfnamens. In allen seinen bisherigen zwölf Kämpfe hat er sich durchgesetzt. „Einmal hatte ich eine gebrochene Nase, ein anderes Mal ein geplatztes Trommelfell, aber ich habe immer gewonnen“, betont Rahimi, „ich bin nicht zu stoppen.“ Diese Entschlossenheit möchte er nun am Sonnabend dem Schwarzenbeker Publikum präsentieren.
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