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Über Karlsruhe nach Katar?

Schwarzenbek. Geht alles seinen normalen Weg, wird Stefan Schwab vom TSV Schwarzenbek Mitte März so langsam damit beginnen, sich auf die Sommersaison vorzubereiten.
Stefan Schwab (rechts) vom TSV Schwarzenbek gratuliert beim Sportfest in Karlsruhe Ende Januar Christian Blum, dem schnellsten deutschen Hallensprinter dieses Winters.
Foto: Iris Hensel
Stefan Schwab (rechts) vom TSV Schwarzenbek gratuliert beim Sportfest in Karlsruhe Ende Januar Christian Blum, dem schnellsten deutschen Hallensprinter dieses Winters.
Ob bei diesem langem Winter dann schon ein Freilufttraining möglich sein wird, sei dahingestellt. Doch es gibt noch eine verlockende Alternative. Ein Flug ins sonnige Doha, gelegen im Emirat Katar, wo die durchschnittlichen Höchsttemperaturen zu dieser Zeit bei 27 Grad Celsius liegen. Vom 12. bis zum 14. März steht dort Schwabs großes Ziel, die Hallenweltmeisterschaften in der Leichtathletik auf dem Programm.
Allerdings hat Schwab ein Problem. Bisher liegt die WM-Norm über 60 Meter von 6,64 Sekunden noch ein großes Stück von seiner Saisonbestzeit (6,73 sec.) entfernt. Seine letzte Chance bekommt der Schulendorfer nun am Sonnabend bei den deutschen Meisterschaften in Karlsruhe. Anschließend wird der Kader für Doha nominiert.
Dass er das Potenzial hat, die Norm knacken kann, hat der 22-Jährige im vergangenen Jahr gezeigt. Da stürmte Schleswig-Holsteins Sportler des Jahres in Leipzig in 6,59 Sekunden zum Meistertitel. Doch nicht nur bei Schwab, dem Vierten der deutschen Bestenliste über 60 Meter, geht es in diesem Winter nicht ganz so schnell. Auch seine Konkurrenten laufen der Qualifikationszeit hinterher. Bisher konnte sie noch keiner unterbieten. Wobei dem Schnellsten, Christian Blum aus Chemnitz (6,65 sec.), lediglich eine Hundertstel fehlt.
Dass seit 1. Januar die neue Regel gilt, demnach ein Läufer bereits nach dem ersten Fehlstart disqualifiziert wird, sieht Schwab nicht als Grund an. „Die Reaktionszeiten beim Start sind relativ gleich geblieben“, weiß der TSV-Sprinter. Vielmehr sieht er ein Motivationsproblem als Hauptgrund an. „2008 hatten wir Olympia, 2009 die Weltmeisterschaften und dieses Jahr gibt es ,nur’ eine Hallen-WM“, erklärt Schwab. Dennoch bleibt er optimistisch. Seine Chancen für eine Nominierung sieht der Schulendorfer bei optimistischen 50 Prozent.
Am Freitag wird sich Schwab mit seinen Eltern in den Zug nach Karlsruhe setzen. Und wer weiß, vielleicht besteigt er dann für seinen nächsten Wettkampf ein Flugzeug. Und sollte es nicht klappen mit der WM? „Dann würde das dem bisher mittelmäßigen Verlauf dieser Saison entsprechen“, resümiert Schwarz in seiner für ihn typischen unemotionalen Art.
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