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Nitschke: „Kunstrasen wäre ein Meilenstein“

Bergedorf. Die Kunstrasenplätze zum Greifen nah, Ärger bei den Jung-Elstern, zahlreiche Ab- und Neuzugänge – bei Bergedorf 85 hat sich in den vergangenen Wochen viel getan.
Oberliga Hamburg
Foto: ABS Michael Schwarz
Noch ist offen, ob Manfred Nitschke in der kommenden Saison Trainer bei Bergedorf 85 sein wird.
Dazu ist der Fußball-Betrieb an den Sander Tannen im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt. Die Sportredaktion sprach mit Manfred Nitschke (61), seit der Saison 2008/09 Cheftrainer beim Oberligisten.
Herr Nitschke, wie hält man eine Mannschaft bei diesen Trainingsbedingungen bei Laune?
Das Wichtigste ist, dass man sich nicht gegenseitig auf den Wecker geht. Daher spielt Abwechselung eine große Rolle. Gestern haben wir Zirkeltraining gemacht, am Donnerstag gehen wir zum HSV. In der kommenden Woche steht ein Theorieabend auf dem Programm. Zwischendurch gehen wir immer mal wieder in eine Indoor-Halle. Wir hangeln uns so über die Runden.
Läuft alles wie geplant, hat Bergedorf 85 in der zweiten Jahreshälfte zwei Kunstrasenplätze. Wie wichtig sind die für den Verein?
Es wäre ein Meilenstein. Was die Trainings- und Spielflächen angeht, könnten die Kunstrasenplätze nahezu unsere gesamten Probleme in diesem Bereich lösen. Das würde den Verein enorm voranbringen.
Zur Mannschaft. Mit Deran Toksöz hat „85“ sein Herzstück verloren. Wie soll sein Wechsel zum FC St. Pauli kompensiert werden?
Deran hat auf einer für uns ganz wichtigen Position, der des „Sechsers“ gespielt. Obwohl er noch jung ist, ist er bereits das, was man einen Typen nennt. Sein Weggang ist ein großer Verlust. Ich traue Gökhan Iscan zu, dass er auf dieser zentralen Position spielen kann. Auch Mohammed Mansour, der im Training sehr überzeugt, das aber noch nicht umsetzen kann, ist eine Alternative. Und wenn das alles nicht hinhaut, haben wir noch Rinik Carolus.
Was erwarten Sie für den Rest der Saison von Ihrer Mannschaft?
Die Spieler sollen sich weiterentwickeln. Eine Schwäche ist noch unser Defensivverhalten, daran müssen wir arbeiten. Ich denke, die Mannschaft hat sich in dieser Saison entwickelt, allerdings mit der für junge Mannschaften typischen Schwächen wie fehlender Routine. Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten Fünf.
Wie geht es weiter bei „85“? Heißt der Trainer auch in der kommenden Saison Manfred Nitschke?
Wenn uns, das heißt Ben (Co-Trainer Ben Nitschke, die Red.) und mir, die Möglichkeit gegeben wird, mit dem jetzigen Kader weiterzuarbeiten, sehe ich gute Chancen. Wenn wir allerdings wieder 14 neue Spieler holen müssen, weil sich der Etat halbiert hat, eher nicht.
Letzte Frage: Wie konnte die Situation bei den Jung-Elstern derart eskalieren?
Ich bin enttäuscht darüber, dass man so wenig miteinander gesprochen hat. Wenn man nicht spricht, gibt es keine Lösungen. Wir brauchen einen Obmann, der zwischen 1. und 2. Herren sowie der A-Jugend kommuniziert, vermittelt und auch Entscheidungen trifft. Man muss begreifen, dass ein zentraler Punkt die Sache sein muss, und unsere Sache ist Bergedorf 85. Dem müssen sich alle unterordnen. Ich auch.
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