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Wenn der Ball in die Tasche muss

Bergedorf. Äußerlich unbewegt fixiert Mario Stahl den Ball. Dann schnellt der rechte Arm des Poolbillardspielers vom BC Bergedorf nach vorn. Der Stoß sitzt, die Kugel verschwindet in einer der sechs Taschen.
Foto: Koch
„Schön Mario“, ruft ein Zuschauer. Doch zu früh gefreut: Auch der weiße Spielball landet in einem der Löcher. Ein Foul. Nun ist sein Kontrahent Frank Klemm aus Flensburg an der Reihe. Der gewinnt schließlich die Partie 14/1-endlos mit einem spektakulären Stoß über drei Banden. „Den macht man nicht immer“, zollt Sven Adomeit dem Fördestädter Respekt. Doch am Ende jubelt der Bergedorfer: Seine Mannschaft schlägt Flensburg mit 6:2 und kann den ersten Saisonsieg in der Oberliga feiern.
Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga haben gleich vier Spieler die erste Mannschaft des BC Bergedorf verlassen. Der Klub setzt nun auf den Nachwuchs: wie den 16-jährigen Stahl oder Jan Wolf. Der Blondschopf ist das größte Talent des Vereins. Nachdem der 15-Jährige im Spanien-Urlaub zum ersten Mal Billard gespielt hat, hat er einfach mal beim BC Bergedorf vorbeigeschaut. „Ich wollte gar nicht wieder weg“, erinnert sich Wolf, der mittlerweile zum deutschen C-Bundeskader gehört.
Worin liegt nun die Faszination dieses Sports, bei dem es vor allem um Konzentration geht? „Man ist ganz bei sich“, erklärt Daniel Chouqui. „Wenn ich mir vorher einen Stoß überlege und der kommt dann genauso wie geplant, durchströmt mich ein großes Glücksgefühl“, führt der 43-jährige Senior im Team aus, der heute aber nur zuschaut. Zusammen mit Adomeit und Wolf sitzt er in einer Pause in einem offenen Raum, der wie eine zweite Ebene über den acht Billardtischen thront. Nur eine wackelige Wendeltreppe führt hinauf.
Jetzt geht es weiter. Adomeit spielt 10-Ball. Der Bergedorfer hat sich die Sieben ausgeguckt. Seine Falten im Gesicht werden vor lauter Konzentration immer tiefer. Doch der relativ leichte Stoß misslingt. Mit einem Blick, der töten könnte, schaut der 42-Jährige der braunen Kugel hinterher. Da aber auch der Flensburger patzt, darf sich Adomeit die Sieben noch einmal vornehmen. Dieses Mal zielt er besser. Seine Gesichtszüge entspannen sich, die Falten verschwinden. Geht doch.
BCB-Punkte: Hartmut Lamprecht, Adomeit (je 2), Wolf, Stahl.

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