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Wenn dem Coach der Kragen platzt

Curslack. Stefan Kohfahl hatte schnell die Freude verloren an diesem Testspiel, in dem sein Team doch eigentlich lernen sollte und nun vieles dafür tat, eine Lehrstunde zu erhalten.
Oststeinbeker SV - VfB Lübeck. Oststeinbeks Ivan Sa Borges Dju (l.) im Duell mit Nils Lange
Foto: Bode
Zu selten waren solche Szenen: Artistisch nimmt Ivan Sa Borges Dju (OSV), bedrängt von Nils Lange, den Ball an.
Bereits wenige Minuten nach dem Anpfiff der Partie gegen den Regionalligisten VfB Lübeck tobte der Trainer des Fußball-Oberligisten Oststeinbeker SV wild gestikulierend an der Außenlinie herum. „Hör auf damit!“, blaffte der 41-Jährige seinen Innenverteidiger Anel Besic an, der das runde Leder immer wieder genau in die Füße der Gäste schlug und zudem seinen Deckungsaufgaben nicht gewachsen war. Den ersten Gegentreffer durch Liridon Imeri (5.) hatte der Abwehrmann bereits durch viel zu passives Verhalten mitverschuldet. Als der 22-Jährige nun auch noch lächelnd auf die Kritik seines Coaches reagierte, platzte Kohfahl der Kragen. Umgehend schickte der OSV-Übungsleiter seine Reservisten zum Aufwärmen. Wohlgemerkt: Es lief die zehnte Minute. Ein Signal, das seine Wirkung nicht verfehlte. Sowohl Besic als auch seine Mannschaftskameraden agierten fortan konzentrierter. Und so konnten die „Men in black“ die Niederlage in Grenzen halten: der VfB gewann mit 4:1.
Vor 30 Zuschauern am Gramkowweg ließen die Lübecker den Ball auf dem Kunstrasenplatz des SV Curslack-Neuengamme von Beginn an flüssig durch ihre Reihen laufen. Das Team von Coach Peter Schubert wirkte nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Portugal verständlicherweise spritziger als die Oststeinbeker, deren Vorbereitung ob der Witterungsbedingungen primär in der Halle stattgefunden hatte. Doch wie im Regionalliga-Alltag – dort traf der VfB gerade einmal 24 Mal in 18 Begegnungen – entwickelten die Gäste kaum Torgefahr. Zur Pause stand es nur 1:0 für den ehemaligen Zweitligisten.
Nach der Halbzeit wechselten beiden Trainer durch. So kamen beim OSV auch Testspieler Bastian Schmidt (zuletzt vereinslos, davor Aumühle) und die Neuzugänge Patrick Hiob (Schnelsen) und Christoph Werth (Türkiye) zum Einsatz. Patrick Kossatz (vormals Bergedorf 85) wollte nicht vorspielen. Der OSV ist an dem Angreifer interessiert, konnte sich mit dem 23-Jährigen aber bisher nicht einigen. „Bis Dienstag muss er sich entscheiden“, verriet Kohfahl.
Seine Mannschaft erarbeitete sich im zweiten Abschnitt gegen den VfB einige Chancen, verlor zuweilen im Defensivverbund aber auch die Ordnung. Stefan Richter (54.), Clemens Lange (75.) und Bastian Henning (81.) erhöhten für die Lübecker auf 4:0, bevor Hiob mit einem gefühlvollen Heber Ergebniskosmetik betreiben konnte (87.).
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