Bergedorf 85
Der Machtwechsel in Bergedorf ist vollzogen
Montag, 13. August 2012 11:22
- Von Olaf Lüttke
Bergedorf. Der SV Curslack-Neuengamme ist endgültig die Nummer eins im Heimatgebiet. Die Vierländer gewannen das Oberliga-Derby bei Bergedorf 85 vor knapp 800 Zuschauern klar mit 4:1 (1:1). Die "Elstern" enttäuschten dabei auf ganzer Linie.

Foto: Hanno Bode
SVCN-Torhüter Frederic Böse ist vor Bergedorfs Roman Schmer (l.) am Ball. Rechts: Sven Zöpfgen.
Mit schweren Beinen schlurften die Oberliga-Fußballer von Bergedorf 85 in
Richtung Tribüne, um sich beim harten Kern ihrer Fans zu bedanken. Müde
wirkten sie, enttäuscht, ja demoralisiert. Nur wenige Meter weiter gab es
ein ganz anderes Bild zu sehen.

Foto: Hanno Bode
Curslacker Torjubel nach dem Treffer von Pascal Eggert (2.v.r.) zum 4:1. Jan Landau, Sven Zöpfgen und Julian Sander (v.l.) herzen den Torschützen.
Dabei hatten die "Elstern" eine ordentliche erste Hälfte gespielt.
Nach einer Ecke erzielte Innenverteidiger Aykut Özdemir das 1:0 (21.). Die
Curslacker warteten hingegen einfach ab. Irgendwann würde sich schon eine
Chance ergeben. Und die kam dann ebenfalls im Anschluss an einen Eckball.
Der starke Sven Zöpfgen traf den Ball wuchtig mit dem Kopf, "85"-Keeper
Christoph Werth bekam die Hände nicht mehr rechtzeitig in die Höhe. Von der
Unterkante der Latte sprang die Kugel ins Tor - 1:1 (35.).
Während die erste Hälfte auf mäßigem Niveau ausgeglichen verlaufen war, ergab
sich im zweiten Durchgang ein ganz anderes Bild. Denn jetzt spielten nur
noch die Vierländer. Unfreiwillige Unterstützung erhielten sie dabei von
Werth. Als SVCN-Kapitän Marco Theetz den Ball nach 57 Minuten in Richtung "85"-Gehäuse
schoss, hatte Bergedorfs Keeper die Kugel eigentlich schon in den Händen.
Doch irgendwie flutschte ihm das Spielgerät ins Netz. Nur 90 Sekunden
später: Werth schießt Landau an, der den Ball stoppt und ihn über den "Elstern"-Keeper
hinweg ins Tor lupft - 3:1. Von den Gastgebern war nun gar nichts mehr zu
sehen. Besonders erschreckend: Die Bergedorfer ließen keinerlei Gegenwehr
erkennen und stellten das Fußballspielen praktisch ein. Bis auf Andreas
Metzler und Roman Schmer wehrte sich keiner gegen die Niederlage. In dieser
Verfassung spielen die "Elstern" gegen den Abstieg. "Wir
hatten leichtes Spiel", resümierte Theetz.
Bei seiner besten Tat klärte Werth gegen den frei vor ihm stehenden Landau
(67.). Doch wenig später war der Bergedorfer Torhüter erneut geschlagen. Der
eingewechselte Pascal Eggert zog aus 18 Metern aus dem Stand ab, Werth
sprang zu spät hinterher (76.). "Wir haben Tore kassiert, die
niemals hätten fallen dürfen", sagte "85"-Trainer
Olaf Poschmann und machte gleich ein ganze Fehlerkette aus, die zu den
Gegentreffern führte.
Es hätte sogar noch dicker für "85" kommen können, denn
Eggert traf zwei Minuten vor dem Abpfiff nur den Pfosten. "Nach dem 3:1
war die Partie entschieden. Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung",
schloss SVCN-Trainer Torsten Henke.
"Wir haben Tore kassiert, die niemals hätten fallen dürfen."
Olaf Poschmann, Trainer Bergedorf 85

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