01.06.12

Eric Johannesen

Eric, der Starke: Unsere Gold-Hoffnung

Allermöhe. In 55 Tagen werden die Olympischen Spiele von London eröffnet. Der deutsche Ruder-Achter ist bei Olympia großer Favorit auf die Goldmedaille. Mit im Boot sitzt auch Eric Johannesen vom RC Bergedorf. Doch bis zur Triumph ist es noch ein langer Weg voller Entbehrungen. Von Dirk Schulz

Eric Johannesen (RC Bergedorf) ist im Deutschland-Achter gesetzt.
Foto: Rokos Eric Johannesen (RC Bergedorf) ist im Deutschland-Achter gesetzt.

Wenn Ruderer trainieren, müssen sie sich manchmal mit widrigen Bedingungen arrangieren. Weil es gestern Morgen auf der Regattastrecke in Allermöhe zu windig war, mussten die Hamburger Olympia-Kandidaten beispielsweise weiter flussabwärts zwischen den vor der Tatenberger Schleuse liegenden Yachten üben. Als Weltmeister Eric Johannesen (RC Bergedorf) und sein Trainingspartner im Zweier Max Munski (Lübecker RG) dabei beinah ein vertäutes Boot touchiert hätten, interveniert der sie in einem Motorboot begleitende Bundestrainer Marcus Schwarzrock im letzten Moment. "Mehr Backbord. Ich möchte hier nicht noch ein Stück Yacht bezahlen", ruft er ihnen per Lautsprecher zu.

Meist fehlt den Anweisungen aber der spaßige Unterton. Schließlich sind es bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele in London nur noch 55 Tage. "Die Entbehrungen sind groß. Ich bin seit langem wieder einmal eine Woche in Hamburg. Bis London werden danach nur noch zwei Tage dazukommen", sagt Johannesen, der in Winterhude lebt und in Allermöhe aufgewachsen ist.

Seinen Platz im Deutschland-Achter, der in Dortmund trainiert, kann der 24-Jährige eigentlich nur noch aus Verletzungsgründen einbüßen. Dennoch ist sein Terminkalender auch im "Heimaturlaub" voll gepackt. Aufstehen um 6 Uhr, Training auf dem Wasser um 7 Uhr, Gymnastik um 11.30 Uhr, Ergometer-Übungen um 15.30 Uhr und dazwischen lauter Pressetermine.

Der NDR, RTL, Bild, und, und, und, sie alle wollen wissen, wie einer der wenigen Goldkandidaten aus Hamburg - der Achter ist seit 34 Rennen ungeschlagen - tickt. Sein ruhiger Charakter hilft ihm dabei, das Mammutprogramm zu bewältigen. "Eric ist extrem ausgeglichen. So etwas habe ich selten erlebt. Wenn er ärgerlich ist, wird er eher noch ruhiger", beschreibt ihn Coach Schwarzrock. "Ich ziehe aus den Tagen in Hamburg, bei meiner Freundin und meiner Familie Kraft und will mir keinen Stress machen", sagt der 1,93 Meter große und 97 Kilogramm schwere Modellathlet. In der Pressemappe der Hamburger Verbandes trägt er den Beinamen, der Starke. Nicht ohne Grund: Im Deutschland-Achter hat er die größten Maximalkraftwerte.

Große Emotionen in der Öffentlichkeit aber vermeidet der Soldat der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Doch wenn Johannesen auf das Thema Olympia angesprochen wird, kann man erahnen, warum er alle Entbehrungen auf sich nimmt. "Olympische Spiele sind das Größte, was man als Sportler erreichen kann. Olympiasieger bleibt man für die Ewigkeit", schwärmt der Ruderer des RC Bergedorf. Der Tag, an dem er sich unsterblich machen könnte, ist der 1. August. Dann steigt das Finale im Achter.

"Olympiasieger bleibt man für die Ewigkeit." Eric Johannesen über die Bedeutung von Olympischen Spielen

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