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Was für ein Handball-Krimi!

Ratzeburg. Die Handballerinnen der SG Glinde/Reinbek haben das Entscheidungsspiel zur Meisterschaft in der Kreisoberliga gegen den VfL Geesthacht mit 26:21 nach Verlängerung gewonnen und steigen damit in die Landesliga auf. Auf die Verliererinnen hingegen warten Überstunden.
SG Glinde Reinbek vs VfL Geesthacht
Foto: SportBlitz.info - Bjoern Nehlsen
Janina Just (SG Glinde/Reinbek) steigt hoch. Die Geesthachterinnen Stephanie Gelsen (Nr. 8) und Carola Stoll (Nr. 14) können nur zuschauen.
Als der Schlusspfiff ertönte, gab es in der Ratzeburger Riemannhalle kein Halten mehr. Die Handballerinnen der SG Glinde/Reinbek fielen sich jubelnd um den Hals und tanzten völlig losgelöst auf dem Hallenboden. SG-Spielerin Vanessa Mittelstädt schnappte sich ihr Handy und krächzte mit heiserer Stimme „Wir haben es geschafft. Ist das geil“ in den Hörer. Trainerin Mona Kutscha musste eine Sektdusche über sich ergehen lassen. „Ich bin heute aufgestanden und war mir so sicher, dass wir es schaffen würden“, sagte die 40-Jährige und strahlte über das ganze Gesicht. In einem dramatischen Finale um die Meisterschaft und den direkten Aufstieg in die Landesliga hatten ihre Handballerinnen gegen den VfL Geesthacht letztlich die besseren Nerven bewiesen. Nach 60 spannenden Minuten hatte es zwischen den beiden Erstplatzierten der Kreisoberliga 20:20 gestanden, dann entschied Glinde/Reinbek das Duell in der Verlängerung mit 26:21 für sich.
In der regulären Spielzeit konnten sich beide Teams nie um mehr als zwei Tore absetzen. Immer wieder wechselte die Führung. In der Schlussminute hatten dann sowohl die SG als auch der VfL die Chance zum Sieg: Gitta Schultz scheiterte jedoch freistehend an der starken VfL-Schlussfrau Marion Reich, beim Gegenangriff der Geesthachterinnen blieb der finale Abschluss im Abwehrblock hängen.
Also Verlängerung. Erschöpft sanken die Spielerinnen zu Boden. Geesthachts Ina Dehms hatte Probleme mit der Wade und musste behandelt werden. Die Rückraumspielerin war aber nicht die einzige, die in diesem Krimi mit nachlassenden Kräften zu kämpfen hatte. In der Verlängerung waren es dann auch die größeren Reserven der SG, die den Ausschlag gaben. Ebenso trug Bianka Bohn mit einigen Glanztaten ihren Teil dazu bei. Wegen eines Bandscheibenvorfalls war die Torfrau zuletzt ausgefallen, hatte am Tag des Endspiels jedoch vom Arzt grünes Licht bekommen.
Die SG kehrt nach zwei Jahren Abstinenz in die Landesliga zurück. Der VfL Geesthacht hingegen muss nun den Umweg über die Relegation nehmen. Bereits am Sonnabend steht das Hinspiel beim SV Eutin 08 an (17 Uhr, Holstenstraße). Im Anschluss (19 Uhr) sind dann die Männer des VfL gefordert. Die Ansetzung aber stört die Geesthachterinnen mächtig. Während die Eutinerinnen gut vier Wochen Pause hatten, bleibt dem VfL kaum Zeit zur Regeneration. „Das ist wettbewerbsverzerrend. So ein Spiel wie heute bekommst du so schnell nicht aus den Köpfen“, ärgert sich Dams. Doch der VfL verzichtete auf einen Versuch, das Spiel zu verlegen.
SG-Tore: J. Just (13/3), Niemann, (7), Voght (4), Paltian, Schultz (je 1).
VfL-Tore: Dehms (7), Gelsen (5), Wendlandt (5/1), Behrens (2/1), Clausen, Peuker (je 1).
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