Aufstieg perfekt
Was für ein Handball-Krimi!
Freitag, 4. Mai 2012 14:57
- Von Oliver Schröder
Ratzeburg. Die Handballerinnen der SG Glinde/Reinbek haben das Entscheidungsspiel zur Meisterschaft in der Kreisoberliga gegen den VfL Geesthacht mit 26:21 nach Verlängerung gewonnen und steigen damit in die Landesliga auf. Auf die Verliererinnen hingegen warten Überstunden.

Foto: SportBlitz.info - Bjoern Nehlsen
Janina Just (SG Glinde/Reinbek) steigt hoch. Die Geesthachterinnen Stephanie Gelsen (Nr. 8) und Carola Stoll (Nr. 14) können nur zuschauen.
Als der Schlusspfiff ertönte, gab es in der Ratzeburger Riemannhalle kein
Halten mehr. Die Handballerinnen der SG Glinde/Reinbek fielen sich jubelnd
um den Hals und tanzten völlig losgelöst auf dem Hallenboden. SG-Spielerin
Vanessa Mittelstädt schnappte sich ihr Handy und krächzte mit heiserer
Stimme „Wir haben es geschafft. Ist das geil“ in den Hörer. Trainerin Mona
Kutscha musste eine Sektdusche über sich ergehen lassen. „Ich bin heute
aufgestanden und war mir so sicher, dass wir es schaffen würden“, sagte die
40-Jährige und strahlte über das ganze Gesicht. In einem dramatischen Finale
um die Meisterschaft und den direkten Aufstieg in die Landesliga hatten ihre
Handballerinnen gegen den VfL Geesthacht letztlich die besseren Nerven
bewiesen. Nach 60 spannenden Minuten hatte es zwischen den beiden
Erstplatzierten der Kreisoberliga 20:20 gestanden, dann entschied
Glinde/Reinbek das Duell in der Verlängerung mit 26:21 für sich.
In der regulären Spielzeit konnten sich beide Teams nie um mehr als zwei Tore
absetzen. Immer wieder wechselte die Führung. In der Schlussminute hatten
dann sowohl die SG als auch der VfL die Chance zum Sieg: Gitta Schultz
scheiterte jedoch freistehend an der starken VfL-Schlussfrau Marion Reich,
beim Gegenangriff der Geesthachterinnen blieb der finale Abschluss im
Abwehrblock hängen.
Also Verlängerung. Erschöpft sanken die Spielerinnen zu Boden. Geesthachts
Ina Dehms hatte Probleme mit der Wade und musste behandelt werden. Die
Rückraumspielerin war aber nicht die einzige, die in diesem Krimi mit
nachlassenden Kräften zu kämpfen hatte. In der Verlängerung waren es dann
auch die größeren Reserven der SG, die den Ausschlag gaben. Ebenso trug
Bianka Bohn mit einigen Glanztaten ihren Teil dazu bei. Wegen eines
Bandscheibenvorfalls war die Torfrau zuletzt ausgefallen, hatte am Tag des
Endspiels jedoch vom Arzt grünes Licht bekommen.
Die SG kehrt nach zwei Jahren Abstinenz in die Landesliga zurück. Der VfL
Geesthacht hingegen muss nun den Umweg über die Relegation nehmen. Bereits
am Sonnabend steht das Hinspiel beim SV Eutin 08 an (17 Uhr, Holstenstraße).
Im Anschluss (19 Uhr) sind dann die Männer des VfL gefordert. Die Ansetzung
aber stört die Geesthachterinnen mächtig. Während die Eutinerinnen gut vier
Wochen Pause hatten, bleibt dem VfL kaum Zeit zur Regeneration. „Das ist
wettbewerbsverzerrend. So ein Spiel wie heute bekommst du so schnell nicht
aus den Köpfen“, ärgert sich Dams. Doch der VfL verzichtete auf einen
Versuch, das Spiel zu verlegen.
SG-Tore: J. Just (13/3), Niemann, (7), Voght (4), Paltian, Schultz (je
1).
VfL-Tore: Dehms (7), Gelsen (5), Wendlandt (5/1), Behrens (2/1), Clausen, Peuker (je 1).
VfL-Tore: Dehms (7), Gelsen (5), Wendlandt (5/1), Behrens (2/1), Clausen, Peuker (je 1).
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