16.02.12

Fußball

GSK Bergedorf gibt Schummelei zu

Bergedorf. Aber: Angeblich weiß niemand beim Fußball-Landesligisten, wer in der Partie gegen den TuS Aumühle-Wohltorf unter dem Namen Radko Rangelov gespielt hat. Von Olaf Lüttke

Wen geleiten Betreuer Hakan Karadiken (links) und Ex-Trainer Ahmet Arslan vom Feld? Radko Rangelov ist es nicht.
Foto: Volker Koch Wen geleiten Betreuer Hakan Karadiken (links) und Ex-Trainer Ahmet Arslan vom Feld? Radko Rangelov ist es nicht.

Wer ist der Spieler mit der Nummer "2"? Diese Frage stand am Mittwochabend im Mittelpunkt der Berufungsverhandlung vor dem Verbandsgericht gegen die Wertung der Partie der Fußball-Landesliga zwischen dem GSK Bergedorf und dem TuS Aumühle-Wohltorf (3:1). Seit gestern Mittag ist nun klar: Es war nicht der auf dem Spielberichtsbogen aufgeführte Radko Rangelov. Das hatte Gökhan Arslan, der die Bergedorfer vor Gericht vertrat, bis zuletzt behauptet. Erst als der GSK durch einen Beschluss des Verbandsgerichts seine Spielberechtigung zu verlieren drohte, änderte der Verein seine Meinung.

Rückblick: In der Partie am 9. Oktober 2011 zwischen dem GSK und dem TuS liefen auf Seiten der Bergedorfer mehrer Akteure mit anderen Ziffern als angegeben auf. Ein Spieler trug die Nummer "2". Doch die fehlte auf dem Spielbericht gänzlich. Nach der Partie fielen auch Schiedsrichter Chris Lasse Däbritz (Bergstedt) die Unstimmigkeiten auf. Im Internet trug er Rangelov unter Nummer "2" ein. Der Bulgare war eigentlich unter "7" aufgeführt, doch kein Bergedorfer spielte mit diesem Trikot. "Es war Rangelov. Wir haben ihm nur ein falsches Trikot angezogen", erklärte Betreuer Hakan Karadiken.

Die Aumühler hegten Zweifel. Bei der Verhandlung am 14. Dezember legte der Verein zwei Fotos vor, auf denen der Bergedorfer zu sehen sein soll. Eines stammt vom 11. März aus dem Hinspiel in Aumühle, das andere vom 9. Oktober. Ähnlich sahen sich die Spieler nicht. Da der Bulgare aber nicht zur Verhandlung erschienen war, blieb dem Sportgericht lediglich der Abgleich mit dem Bild Rangelovs aus dem Spielerpass. Das Sportgericht kam zu dem Ergebnis, dass sich keines der Fotos dem HFV-Dokument zuordnen lasse. Der Einspruch wurde aus Mangel an Beweisen abgewiesen.

Auch zur Berufungsverhandlung am Mittwoch erschien Rangelov nicht. Der halte sich nach GSK-Angaben überwiegend in Bulgarien auf. Eine skurrile Begründung lieferte der GSK dafür, dass die Leibesfülle der beiden Personen auf den Bildern unterschiedlich sei. Betreuer Arslan gab dafür die Einnahme von Anabolika an. Das Verbandsgericht hielt die Erklärungen des GSK für unglaubwürdig, sperrte die Ligamannschaft bis zu dem Termin, an dem der Spieler vor dem Verbandsgericht erscheinen würde.

Jetzt ging alles ganz schnell. Wie Kai aus der Kiste zauberte der GSK den Bulgaren gestern Mittag hervor und räumte ein, dass Rangelov nicht gegen den TuS Aumühle-Wohltorf gespielt habe. Wer nun mit der Nummer "2" aufgelaufen sei, konnten die Bergedorfer jedoch nicht sagen. Der Verbandsgericht hob die Suspendierung der Mannschaft auf, gab dem Verein den dringenden Rat, den Namen des Spielers zu nennen und verwies den Fall zurück ans Sportgericht. Die Punkte dürften damit futsch sein, zudem erwartet den Verein eine saftige Geldstrafe. Beim GSK war gestern kein Offizieller zu einer Stellungnahme bereit.

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