Talent des Jahres
International für Furore gesorgt
Freitag, 3. Februar 2012 19:46
- Von Volker Gast
Glinde. Wie bezwingt man körperlich überlegene Gegnerinnen? Die Glinder Judoka Miriam Butkereit lieferte diesbezüglich gleich mehrere Lehrstücke ab und ist daher eine der Kandidatinnen für unsere Wahl zum "Talent des Jahres".

Foto: Thomas Rokos
Miriam Butkereit (TSV Glinde) hält ihre Vereinskameradin Mareike Horn am Boden.
Einen gewaltigen Sprung musste Miriam Butkereit 2011 bewältigen. Viele Gegnerinnen waren plötzlich erfahrener, größer und stärker, nachdem die Glinder Judo-Hoffnung nicht nur von der U17 in die Altersklasse U20 aufgestiegen war, sondern auch noch von der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm in die Kategorie bis 70 Kilogramm. Ein doppelter Nachteil also, doch die Kämpferin des TSV Glinde löste das mit Bravour und ist daher eine der Kandidatinnen für unsere Wahl zum „Talent des Jahres“.
„Mein sportlich wertvollster Erfolg war sicherlich der dritte Platz beim Europacup in Berlin“, blickt die 17-Jährige zurück. Als Außenseiterin hatte sie sich dort bis in den Kampf um den Halbfinal-Einzug vorgearbeitet, wo sie auf die Französin Lucie Perrot traf, die genau das alles war: erfahrener, größer, stärker.
Doch Butkereit setzte ihre brillante Technik dagegen und ging in Führung. „Danach war ich dann nicht aufmerksam genug und bin ihr reingelaufen“, blickt die Glinderin zurück. Die Französin glich aus. Jetzt musste die größere Nervenstärke entscheiden. Und die besaß Butkereit, die sich schließlich nach „Golden Score“ durchsetzte.
Wie schnell das Glinder Ausnahme-Talent in der Lage ist, solche Erfahrungen umzusetzen, zeigte sich nur zwei Wochen später bei den U20-Europameisterschaften im belgischen Lommel. Diesmal traf Butkereit gleich in der ersten Runde auf Perrot und besiegte sie klar. Dass es schließlich nicht zu einer Medaille reichte, lag an einer unglücklichen Niederlage mit 1:2 Kampfrichter-Stimmen gegen die Niederländerin Nicole Alberts. Tja, die Kampfrichter. Die hatten ihr auch schon bei den deutschen Meisterschaften in Herne im März 2011 fast die Suppe versalzen, als sie höchst zweifelhaft Aylin Jeske aus Porz unterlag, aber trotzdem noch Bronze gewann.
Nach einer monatelangen Pause wegen eines Meniskusrisses ist Butkereit nun auf die Judo-Matte zurückgekehrt, entschlossen, ihre Chance erneut zu suchen. Und dieses Jahr ist sie nicht mehr die Jüngste, Kleinste, Schwächste.
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