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Strafen für SCVM und VfL Lohbrügge

Wegen Ungereimtheiten beim Wechsel von Sascha Kayser vom SCVM zum VfL wurden die Vier- und Marschländer zu 400, die Lohbrügger gar zu 1000 Euro Strafe verurteilt. Kayser wurde für acht Pflichtspiele gesperrt.
VfL Lohbrügge - TuS Aumühle-Wohltorf, Ali Yasar, Sascha Kayser
Foto: Hanno Bode
Sascha Kayser (links) duelliert sich bei seinem ersten Einsatz für den VfL Lohbrügge mit Ali Yasar.
Lohbrügge/Fünfhausen. Nach dem Fall „Nils Füllenbach“ kommt jetzt die Akte „Sascha Kayser“: Der SC Vier- und Marschlande hat bei seinen Last-Minute-Wechseln im vergangenen Sommer gleich mehrfach die Wechselbestimmungen missachtet und wurde vom Hamburger Fußball-Verband nun zum zweiten Mal in dieser Saison zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Oberligist muss 400 Euro zahlen.
Kaysers neuen Verein, den VfL Lohbrügge, traf es ungleich härter. Die Strafe für den Landesligisten beträgt wegen mehrfachen Einsatzes eines nicht spielberechtigten Akteurs satte 1000 Euro. Der Spieler wurde zudem für acht Pflichtspiele gesperrt. Das bestimmte das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbandes.
Wie Füllenbach, der zum Bezirksligisten SV Nettelnburg/Allermöhe ging, hatte auch Kayser kurz vor Ablauf der Wechselperiode Ende August 2011 den SCVM verlassen. Da beide aber nach dem 30. Juni (Frist für Vereinsaustritte) noch für die Vier- und Marschländer aufgelaufen waren, wären sie für den neuen Verein gesperrt gewesen, wenn ihnen dieser keinen Anbindungsvertrag gegeben hätte. Das war sowohl beim SVNA als auch beim VfL Lohbrügge unterblieben.
Der 21-jährige Kayser jedoch stand im September trotzdem bei allen vier Partien des VfL Lohbrügge (zwei Remis, zwei Niederlagen) auf dem Feld. Danach, als die Sache mit Füllenbach öffentlich geworden und der SVNA wegen dessen Einsatzes verurteilt worden war (300 Euro Strafe, Abzug von drei Punkten), wurde Kayser nur noch einmal, beim 3:0 gegen Wandsetal am 7. Oktober, aufgestellt.
Die Lohbrügger hatten einen Hinweis aus Reihen des HFV bekommen, dass keine Spielgenehmigung vorliegt. „Christian Kobs vom Sportgericht hat unseren Trainer Sven Schneppel angerufen“, sagt Lohbrügges Fußballobmann Thomas Meyer. Daraufhin meldete der VfL seinen Neuzugang ab. Erst als die neue Spielgenehmigung für Anfang Januar beantragt wurde, handelte der HFV.
Meyer findet die Umstände der Verhandlung zwar „merkwürdig“, räumt aber ein: „Die Fakten sind eindeutig. Wir haben gegen die Wechselbestimmungen verstoßen und hätten Sascha Kayser nicht einsetzen dürfen.“
Während sich SCVM-Abteilungsleiter Siegfried Niemand in „Fall Füllenbach“ reuig gezeigt hatte, (Zitat in unserer Zeitung am 30. September: „Ich habe einen Fehler gemacht“), betont er diesmal: „Uns trifft keine Schuld.“ Stattdessen kritisiert Niemand den Fußball-Verband: „An dieser Sache ist etwas hochgradig faul.“
Der SCVM-Abteilungsleiter stört sich daran, dass der Urheber des neuen Verfahrens im Dunkeln geblieben ist. „Komisch ist auch, dass wir als Wiederholungstäter diesmal eine deutlich geringere Strafe bekommen haben. Sie wissen, dass das Urteil eine Farce ist und wollen verhindern, dass der SCVM in Berufung geht, weil sich das wegen der Summe nicht lohnt“, wettert der erboste Niemand.
Nicht gelohnt hat sich auch das Wechseltheater für den SCVM. 1000 Euro Strafe musste der Verein für Füllenbach zahlen, 400 für Kayser. Macht unter dem Strich ein dickes Minus statt eines schönen Transferüberschusses.
10 Kommentare
insider meint:
Es ist doch immer das gleiche Problem.
Es gibt Vereine, die halten sich an Regeln und es gibt Vereine, die versuchen, die Bestimmungen zu umgehen,
Gemauschel mit Abmeldedaten und Vertragsspielerverträgen.
Wundert mich, dass die Staatsanwaltschaft da noch nicht eingestiegen ist - Stichwort Sozialversicherungsbetrug -.
Schön, dass der Verband mal energisch dazwischen haut.
Footfighter meint:
Hallo Sportsfreunde des runden Balles,

hier habt Ihr ja Alle eine Vorlage bekommen , ohne wirklich zu verstehen , wo der Pfeffer vergraben ist , zumindest die Meisten nicht.

Ich vermute es ist ein Wechsel der rückdatiert ist, was meistens Gang und Gebe ist, wenn man sich einig geworden ist.
Frage ist doch, das in den besagten Vereinen als auch 85 , usw..usw..doch irgendwo Informanten haben , und jetzt in den tiefen Gräben ihre kl. Fische suchen , um daraus grösse Haie zu züchten.
Traurig was da passiert ...und dieser "Sascha" von 85 , sollte lieber mal überdenken was er postet, soweitmich nicht alles täuscht ist dieser Herr ja maßgeblich an diesen Jugendtransferproblemen beteiligt , und dies sehr massiv.
Was dass mit Jugendfussball gemeinsam hat, keine Ahnung!

Liebe Sportvereine , setzt Euch doch mal an einem Tisch und regelt eure fortwährenden Grabenkämpfe, denn aus so einem verwurzelten Grabenkampf , kann es keine Sieger geben.

Fussball ist ein Freizeitsport im Amateurbereich , dass sollte man nie vergessen, und wer die Lust am Freizeitsport verliert wendet sich dann ab.
Also in diesem Sinne... fair play ..fair Game.
Benito Mateo meint:
Wer im Glashaus sitzt....

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© Bergedorfer Zeitung 2008