Lauenburger SV
"Elbdiven" mit Nehmerqualitäten
Montag, 30. Januar 2012 18:35
- Von Oliver Schröder
Lauenburg. Von der harten Gangart von Lübeck 1876 ließen sich die Handballerinnen der Lauenburger SV nicht beeindrucken. Durch den 26:23-Erfolg festigten die "Elbdiven" den fünften Platz in der Oberliga.

Foto: Thomas Rokos
Unsaft wird Lauenburgs Maren Lucas von Kristin Klückmann zu Fall gebracht.
Minutenlang liegt Jacqueline Heins am Boden. Nach einem Gesichtstreffer wird die Oberliga-Handballerin der Lauenburger SV behandelt. Als sich die 23-Jährige schließlich mühevoll wieder aufrichtet, spendet das Publikum donnernden Applaus. Doch keine 60 Sekunden später muss die Rückraumkraft in der Partie gegen Lübeck 1876 erneut auf die Zähne beißen. Nach einem gut vorgetragenen Angriff der Gastgeberinnen fängt Heins beim Stand von 20:20 die Kugel am Kreis. Lübecks Helena Tronnier stellt das Bein raus. Heins verliert in der Luft die Kontrolle und fällt unsanft. Völlig zurecht sieht Tronnier dafür die Rote Karte (50.). Es ist das härteste Foul einer umkämpften, aber keineswegs unfairen Partie. Lübeck agiert aggressiv, die LSV lässt sich davon aber nicht beeindrucken und siegt am Ende mit 26:23.
Zu Beginn taten sich die „Elbdiven“ noch schwer (3:7, 11.). Doch nach der Einwechslung von Kristina Streisel lief es besser. Die Deckung stand sicherer, das Angriffsspiel wurde variabler, und nach 21 Minuten war der Rückstand aufgeholt (10:10). In der Schlussphase der ersten Hälfte verpasste es der inzwischen klar überlegene Tabellenfünfte, seine Vorteile in Tore umzumünzen. Immer wieder scheiterten die „Elbdiven“ an 1876-Torfrau Annika Kranich. So hieß es nach 30 Minuten „nur“ 12:11 für die LSV.
Coach Ahrenbog war merklich unzufrieden. Vor allem, weil seine Spielerinnen Kranich trotz klarer Ansage nur selten per Aufsetzer zu überwinden versuchten. „Ich habe es dann noch einmal in der Kabine vorgemacht“, verriet der LSV-Coach. Nach dem Wechsel klappte es zunächst besser. Lauenburg konnte sich etwas absetzen (17:14, 40.).
In Minute 45 hatte die LSV Pech: Nachdem sich Sarah Lemmermann gleich gegen vier Lübeckerinnen durchgesetzt hatte und trotz eines Schubsers noch zum vermeintlichen 20:17 traf, wollten die Unparteiischen ein Stürmerfoul gesehen haben. „Eine Frechheit“, sagte LSV-Torwarttrainerin Anja Lattki. Kurz darauf schafften die Gäste den Ausgleich (20:20, 49.). In einer hektischen Schlussphase machte erst Ulrike Geschke 20 Sekunden vor Schluss mit dem Treffer zum 26:23-Endstand alles klar.
Unter dem Strich wollten die „Elbdiven“ den Sieg einfach mehr als die Gäste. So ließ sich Heins auch von Tronniers hartem Einsteigen nicht entmutigen und kehrte noch in der selben Minute aufs Spielfeld zurück.
LSV-Tore: Hahn (7), Mehrkens (6/1), Geschke (4), Streisel (2/2), Braun, Lucas (je 2), Lemmermann, Grandt, Heins (je 1).
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