Talent des Jahres
Ausdauernd wie ein Duracell-Hase
Freitag, 27. Januar 2012 19:05
- Von Volker Gast
Glinde. Jonah Sumfleth vom FC Voran Ohe gewann bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften Bronze. Der 14-jährige Schwimmer aus Glinde hat sich auf die besonders langen und quälenden Strecken spezialisiert.

Foto: Andreas Bockhold
Jonah Sumfleth bei seiner Hauptlage, dem Rückenschwimmen.
Wenn mal wieder ein wichtiger Wettkampf ansteht, dann klingelt bei Jonah Sumfleth schon morgens um 5Uhr der Wecker. Während seine Schulkameraden noch gemütlich in den Tag hineinträumen, spult der 14-Jährige schon in der Schwimmhalle Barsbüttel seine Bahnen herunter. „Natürlich fragt man sich da manchmal: ,Warum das alles?'“, gibt er zu, „aber ich habe ja meine Ziele.“ Die lauten für 2012, es wieder zu den deutschen Jahrgangsmeisterschaften zu schaffen – und dort für Furore zu sorgen. So wie er es 2011 bereits getan hat. Deshalb ist der Glinder, der für den FC Voran Ohe startet, einer unserer Kandidaten bei der Wahl zum „Talent des Jahres“.
Vielleicht war es der mangelnde Druck, der ihm bei den nationalen Titelkämpfen im vergangenen Sommer in Berlin Flügel verlieh. „Mein Trainer Constantin Depmeyer und ich hatten eigentlich den Schwerpunkt auf das Rückenschwimmen gelegt“, erinnert sich Sumfleth, „dort wollte ich es über 200 Meter ins Finale schaffen.“ Doch es sollte ganz anders kommen. Gleich am ersten Tag standen die 1500 Meter Freistil an. „Das sollte eigentlich nur zum Auftakt sein, aber es hat gleich sehr gut geklappt“, schildert das Oher Talent. Völlig überraschend schwamm er zur Bronzemedaille. „Danach hatte ich Magenkrämpfe“, erzählt Sumfleth Die Chance auf ein gutes Rückenrennen war dahin. Dieses Jahr will er einen neuen Anlauf nehmen und hat gerade den schleswig-holsteinschen Rekord in seiner Altersklasse über 200 Meter Rücken auf 2:14,5 Minuten geschraubt.
„Jonah ist wie ein Duracell-Häschen. Wenn man ihn aufzieht, kommt stundenlang Leistung“, lobt Depmeyer das ungewöhnliche Ausdauervermögen seines Schützlings. Doch nichts kommt von allein, alles ist das Ergebnis harten Trainings. Und so wird es für den 14-Jährigen noch häufig morgens um 5 Uhr heißen: „Aufstehen, bitte!“
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