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Sich verteidigen statt drauf zu hauen

Bergedorf. Mit zwölf Jahren hat Christoph Ackermann von der TSG Bergedorf es bereits zu den deutschen Jugend-Meisterschaften geschafft. Dort fand er erst im Finale seinen Meister.
Christoph Ackermann von der TSG Bergedorf gilt als große Karate-Hoffnung.
Foto: Thomas Rokos
Christoph Ackermann von der TSG Bergedorf gilt als große Karate-Hoffnung.
Das Halbfinale hat Christoph Ackermann noch in lebhafter Erinnerung. Mit großen Augen marschierte er in die mit vielen Zuschauern besetzte Halle in Lübeck ein. Nach einem völlig ausgeglichenen Kampf musste das Schiedsgericht bei den deutschen Meisterschaften der Schüler über den Sieger entscheiden. Der Zwölfjährige wollte gar nicht hinschauen und verbarg sein Gesicht. Das Erste, was der Karateka von der TSG Bergedorf sah, als er aufblickte, war sein jubelnder, auf der Tribüne stehender Vater. Anschließend ballte Christoph die Fäuste. Dass der Schüler der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg im Finale trotz Führung unterlag, konnte er verschmerzen. Vizemeister in der Klasse bis 43 Kilogramm zu werden, war für Christoph der größte Erfolg seiner noch jungen Karriere und bescherte ihm eine Nominierung für unsere Wahl zum Talent des Jahres.
Auf die Frage, was ihm am Karatesport gefalle, muss Christoph nicht lange überlegen. „Nicht nur draufhauen, sondern lernen, sich zu verteidigen“, sagt der aufgeweckte Bergedorfer. Er stammt aus einer karatebegeisterten Familie. Sowohl Vater Dirk als auch Mutter Kerstin und Schwester Katharina üben die ostasiatische Kampfsportart aus. Christoph stand bereits mit fünf Jahren auf der Matte. Zugefallen ist ihm nichts. Der Braungurtträger musste sich alles erarbeiten. „Christoph war nicht der Talentierteste. Aber er ist fleißig, und er ist ein Kämpfer“, lobt sein Coach Ibo Günes. Viermal in der Woche trainiert sein Schützling, gibt dazu an der Seite von Claudia Demling-Günes sogar den ganz Kleinen Unterricht.
Durch sein DM-Silber hat er auch Bundestrainer Klaus Bitsch auf sich aufmerksam gemacht. Am vergangenen Wochenende nahm Christoph an einem Lehrgang des Talentkaders des Deutschen Karate Verbands teil. Sein erster Gegner war ausgerechnet Marvin Steiger, gegen den er das DM-Finale verloren hatte. „Jetzt sind wir Freunde“, berichtet Christoph stolz.
Die Zielsetzung für dieses Jahr ist klar. Nach Platz zwei 2011 kann es nur noch eine Steigerung geben: der deutsche Meistertitel. Doch bis zu den Titelkämpfen, hat Christoph, der nebenbei ein begeisterter Angler ist, noch neun Monate Zeit.
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