04.07.2012, 12:20

SC Schwarzenbek "Lang auf Hammel? - Das war einmal!"

Schwarzenbek. Trotz 17 Toren und 13 Vorlagen in der Vorsaison soll Christoph Hammel, der zweitbeste Scorer der Fußball-Landesliga, in der kommenden Serie beim SC Schwarzenbek nur noch im defensiven Mittelfeld auflaufen. Ein Neuzugang im Angriff macht's möglich.

Die Lebensversicherung des SC Schwarzenbek in der vergangenen Saison hieß Christoph Hammel. Der als Stürmer aufgebotene Ausnahmespieler steuerte 17 Tore und 13 Vorlagen zum Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga bei, war hinter Dennis Pannen (Hamm United) zweitbester Scorer der Liga.

Doch damit ist es nun vorbei. "Jahrelang hieß in Schwarzenbek das Motto: ,Einfach die Bälle lang auf Hammel spielen.' Doch das war einmal", macht SCS-Trainer Kim Koitka deutlich. Vom Sturmzentrum hat er den 29-Jährigen zurück ins defensive Mittelfeld beordert. Dort hat Hammel das gesamte Spiel um sich herum, kann stärkeren Einfluss nehmen und für mehr Spielkultur sorgen. Eine Rolle, die dem früheren Oberliga-Kicker, der seine Karriere als Innenverteidiger begann, durchaus zusagt. "Als Stürmer kann man kaum den Mund aufmachen", betont er, "als ,Sechser' kann ich, wenn es nicht so läuft, auch mal einen umgrätschen, ein Zeichen setzen, ohne dass man dafür gleich Gelb sieht."

Coach Koitka freut sich vor allem auf die Spielmacher-Qualitäten seines Kapitäns. "Christoph hat einen Blick für das Spiel wie ein Trainer. Er sieht genau, wo der Gegner Schwächen hat, wo man Nadelstiche setzen muss." Das war am vergangenen Sonntag im Testspiel bei Bergedorf 85 gut zu beobachten: Die Schwächen der "Elstern" auf den Außenverteidiger-Positionen erkannte Hammel instinktiv, setzte sich auf der linken Seite durch und brachte eine Bilderbuch-Flanke vor das Tor, die Maximilian Wolf zum 1:0 über die Linie drückte. Schwarzenbek siegte 3:2.

Doch warum ausgerechnet über die linke Seite? "Die habe ich mir ausgesucht, weil ,85'-Verteidiger Ishmael Brown dort ganz weit weg ist", schmunzelt Hammel, "der kriegt mit seinen langen Beinen sonst ja immer irgendwie einen Fuß an den Ball." Fußball kann so einfach sein!

Möglich wurde die taktische Umstellung, weil die Schwarzenbeker künftig in Jasper Kröhnert und Christoph Bolz auch ohne Hammel über ein schlagkräftiges Sturmduo verfügen. Der 20-jährige Kröhnert hat früher unter Gerd Dreller bei den Jung-Elstern und zuletzt beim SV Eichede gespielt. Er dürfte ebenso wie die beiden 18-jährigen Neulinge Maximilian Wolf (eigene A-Jugend) und Manuel Bollongino (Eichede) schnell zu einer festen Größe im neuen SCS-Team werden. Der Abwehr, die sich vergangene Saison 60 Gegentore fing (Börnsen stieg mit 58 Gegentreffern ab!), könnte der 20-jährige Mike Ehlers Halt geben, der aus Breitenfelde geholt wurde.

Ist das also nun der stärkste Schwarzenbeker Kader der vergangenen Jahre? "Ja, das glaube ich schon", schätzt Hammel, "aber was noch wichtiger ist: Wir sind wirklich 20 Freunde. So etwas habe ich in meiner ganzen Fußballerzeit noch nie erlebt. Viele wohnen und studieren mittlerweile in Hamburg, aber sagen trotzdem, sie möchten weiter gemeinsam in Schwarzenbek Fußball spielen. So etwas ist einfach traumhaft."