02.03.2012, 20:03

Kraftakt "85" plant Doppel-Aufstieg

Volker Gast

Foto: Volker Koch

Bergedorf. Der FC Bergedorf 85 hat beschlossen, sowohl für die 2. Fußball-Bundesliga der Frauen als auch für die Regionalliga der Männer zu melden. Sollten die Voraussetzungen dafür nicht an den Sander Tannen geschaffen werden, gilt das Billtalstadion als mögliche Alternative.

Als sich Maria Albrecht, Stürmerin beim Fußball-Regionalligisten Bergedorf 85, jüngst nichts Böses ahnend mit dem Fahrrad auf den Weg zur Arbeit machte, wurde sie von einem Auto angefahren und erlitt Prellungen. „Zum Glück sind keine Knochen gebrochen, aber für unser Heimspiel am Sonntag gegen Eintracht Immenbeck fällt sie definitiv aus“, erzählt „85“-Trainer Marco Strauer, „da waren wir gerade ohne Verletzungen durch die Wintervorbereitung gekommen, und dann passiert so etwas!“

Albrecht ist mit zehn Saisontoren bislang die erfolgreichste Torschützin bei den „Elstern“, die als Tabellenführer der Regionalliga mit einem Heimsieg gegen den Tabellenvierten Immenbeck (Sonntag, 14 Uhr, Sander Tannen) einen großen Schritt in Richtung 2.Bundesliga machen könnten. Ähnlich gut ist die sportliche Lage für das Bergedorfer Männer-Team, das mit vier Punkten Vorsprung die Tabelle der Fußball-Oberliga anführt und am Sonntag gegen den Niendorfer TSV (11.30 Uhr, Sander Tannen) seine Spitzenposition mit einem Sieg zementieren würde.

Mit etwas Glück könnte am Ende der Saison also ein Doppel-Aufstieg stehen – ein mächtiges Unterfangen für einen 470-Mitglieder-Verein. Bis zum 15. März (2. Bundesliga), beziehungsweise 30. März (Regionalliga) müssen die Meldungen eingereicht werden, also saß man am Donnerstagabend bis nachts um halb zwölf zusammen, um die Anforderungen durchzugehen. Ergebnis: Das Unterfangen wäre zu stemmen, wenn es von Bezirk und Stadt entsprechend unterstützt wird.

„Baulich ist das alles machbar und gar nicht so teuer“, betont der „85“-Obmann Ronny Wenzel. Während für die 2.Frauen-Bundesliga ein Ordner-System genügt, müssen in der Männer-Regionalliga die Fangruppen getrennt, entsprechende Zäune gezogen werden. „Einen zweiten Eingang haben wir, der Platz vor der Sprecherkabine könnte als Puffer zwischen den Anhängern frei bleiben“, beschreibt Wenzel ein mögliches Szenario. Sollte es an den Sander Tannen nichts werden, wäre das Billtalstadion eine Alternative. Vom Tisch ist hingegen ein möglicher Umzug an die Hoheluft, wie ihn Altona 93 wählte. „Der SC Victoria will 1000 Euro pro Spiel. Das rechnet sich nicht“, schließt Wenzel dies kategorisch aus.