Kitesurfen
Eine ganz schön luftige Sportart
Freitag, 4. März 2011 20:22
- Von Volker Gast
Geesthacht. Was hatte der Geesthachter Frank Feldhusen nicht schon alles versucht, um seine Söhne Nick (18) und Tom (14) zu beeindrucken.
Erst begeisterte er sich für Boote, dann kaufte er sich sogar einen Katamaran-Segler. Vergeblich. „Die beiden wollten nie mitfahren“, blickt Feldhusen resignierend zurück. Vor zwei Jahren dann der Schnitt: Er verkaufte den Katamaran wieder und widmete sich fortan der Sportart, die auch seine Söhne zu begeistern vermag: dem Kitesurfen.
„Wenn die Söhne nicht machen, was der Vater möchte, dann muss der Vater halt machen, was die Söhne möchten“, hat er aus der Sache gelernt. „Anfangs habe ich ja geglaubt, das sei nur so eine Modewelle“, gesteht er, „aber wenn einen das Kitesurfen erst einmal gepackt hat, ist es sehr faszinierend.“ So werden die Familienurlaube mittlerweile nach den Möglichkeiten zum Kitesurfen ausgesucht. Im Sommer geht es ohnehin jedes Wochenende an die Ostsee, wo sie auf Fehmarn ihrem Hobby frönen. Jedenfalls solange Toms Noten in der Schule stimmen. „Wäre das nicht mehr gegeben, müsste er stattdessen zu Hause in Geesthacht bleiben und lernen“, macht Frank Feldhusen deutlich.
Der jüngste Sohn, Tom Feldhusen, gilt in der Szene mittlerweile als Geheimtipp. Obwohl er erst vor einem Jahr mit dem Kitesurfen angefangen hat, wird er bereits von acht Ausrüstern unterstützt. Er fährt für das Flysurfer Kiteboarding Team aus Grassau in Bayern und möchte in diesem Sommer bei den deutschen Meisterschaften der Junioren mitmischen. Drei Tour Stopps an den Küsten von Dahme, Büsum und Fehmarn stehen dafür auf dem Programm. „Da sind rund 30 Kitesurfer im Alter von bis zu 18 Jahren am Start“, erklärt er, „ich will bei allen drei Veranstaltungen dabei sein.“ Bewertet werden die „Tricks“ der Aktiven, also die Bewegungen und Drehungen, die sie während der Sprünge zeigen. Da man nicht ständig an einem Segel hängen kann, übt Tom seine Tricks zunächst auf einem Trampolin, um über ständige Wiederholungen die Bewegungsabläufe zu verinnerlichen.
Viel kann sich Tom natürlich auch bei seinem älteren Bruder Nick abgucken. Beide haben mittlerweile sogar schon eigene Homepages (www.nickfeldhusen.de und www.tomfeldhusen.de ), auf denen sie ihre Erlebnisse beim Kitesurfen in Filmen und Bildern präsentieren. „Das machen die beiden Jungs ganz allein. Mit den Homepages haben wir Eltern nichts zu tun“, staunt Frank Feldhusen nicht schlecht über den gewandten Umgang seiner Sprösslinge mit den neuen Medien.
„Kiten ist zu einer Art Lebenseinstellung geworden“, schreibt Nick Feldhusen auf seiner Homepage. Und der Familienfrieden ist ja schließlich auch gewährleistet, seitdem sich Frank Feldhusen bei der Wahl seines Hobbys von seinen Söhnen inspirieren ließ.
Bergedorfer Zeitung Online
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