St. Franziskus
Kippt die alte Kirche langsam um?
Freitag, 21. Januar 2011 19:50
- Von Marcus Jürgensen
Schwarzenbek. So mancher Gottesdienstbesucher verließ nach einem Blick gen Himmel bereits höchst sorgenvoll die St.-Franziskus-Kirche. „Wir sind von Besuchern schon öfter auf die Risse in der Kuppel angesprochen worden“, sagt Klaus Jennrich, Bau-Ingenieur und im Kirchenvorstand für das Bauwesen der evangelischen Kirchengemeinde zuständig.

Foto: Jürgensen
Patrick Schönstedt (li.) und Christian Hönniger richten ihr Tachymeter aus: Mit dem Hightech-Gerät können sie Setzungen im Zehntelmillimeter-Bereich erkennen.
Tatsächlich: Zwischen den gemauerten Bögen zeigen sich Risse im Putz. Das sei keine Folge der Erschütterungen durch Abriss und Neubau der benachbarten Marktschule, versichert Jennrich: „Die Risse gab es bereits 1996, als wir die Kirche innen aufwendig renoviert haben.“ Damals wurden sie einfach zugespachtelt und übertüncht. Doch seit einigen Jahren sind sie wieder da und werden größer. Das beweisen sogenannte Gipsmarken: Um zu überprüfen, ob der Putz weiter aufreißt, werden Risse partiell überspachtelt. Reißt diese Marke irgendwann auf, hat sich auch der Riss darunter vergrößert.
Seit etwa sechs Jahren wird die Kirche deshalb ebenfalls regelmäßig vermessen (wir berichteten). Christian Hönniger, Doktorand der Hamburger HafenCity-Universität, und Diplomand Patrick Schönstedt hatten vor zwei Wochen rund um die Kirche zehn sogenannte Reflektoren auf Stativen aufgebaut. An der Fassade haben die Wissenschaftler aus dem Fachbereich Geomatik weitere Marken – reflektierende Plastikscheiben – angebracht. „So können wir ausmessen, ob sich die Kirche wieder bewegt hat“, sagt Hönniger. Hebungen und Senkungen des Fundaments bis zu einem Zehntelmillimeter können sie mit ihrer Totalstation („Tachymeter“) erfassen. Die St.-Franziskus-Kirche ist Teil eines Mess-Projekts, zu dem unter anderem auch die Kirche im nordfriesischen Bredstedt gehört. Hönniger: „Gemessen wird im Rahmen von Diplomarbeiten oder studentischen Exkursionen.“
Auf die Daten von St. Franziskus wartet bereits Klaus Jennrich: „Wir wollen die Risse im Auge behalten, um gegebenenfalls für Sanierungsmaßnahmen gewappnet zu sein.“ Zugbänder, die im Kirchenraum von Pfeiler zu Pfeiler gespannt werden, könnten etwa ein weiteres Auseinanderdriften der gemauerten Pfeiler, die das Kirchendach tragen, verhindern. Jennrich: „Wenn sich die Rissbildung stabilisiert, müssen wir gar nichts tun. Geht es aber weiter, werden wir wohl innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre handeln müssen.“

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Swattenbeeker meint:
Heinz Lindemann meint:
Sind es nicht die riesigen Mückenschwärme... seit der "von Politikern und der Stadtverwaltung" verschuldeten Klimaerwärmung???
Als Schwarzenbeker, nahe der Bahn aufgewachsen, kann ich nur Obelix zitieren: TOC TOC TOC...
Gregor Bator meint: