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Traditionsfirma verlässt die Stadt

Schwarzenbek. Nach 200 Jahren in Schwarzenbek gehen die "Quaack Möbelwerkstätten" nach Oststeinbek. Das Unternehmen nennt "wirtschaftliche Gründe".
Die Möbelfirma Quaack verlässt ihren Stammsitz an der Meiereistraße in Schwarzenbek.
Foto: Marcus Jürgensen
Die Möbelfirma Quaack verlässt ihren Stammsitz an der Meiereistraße in Schwarzenbek.
Wie das zweite „a“ in den Firmennamen gekommen ist, kann auch Christin Quack-Wulff nicht sagen. 1992 hatte die damals 27-Jährige das Möbel- und Messebauunternehmen „Quaack Möbelwerkstätten“ nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters Fritz Quack übernommen. Vor drei Jahren hat sie die Firma an die bundesweit agierende Handwerksgruppe Philip Mecklenburg (hpm) verkauft.
Seit 1989 hat das Unternehmen systematisch Handwerksbetriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernommen. Mittlerweile gehören 116 Firmen mit 1811 Mitarbeitern zur Gruppe – darunter auch das Schwarzenbeker Traditionsunternehmen Quaack. Doch nun verlässt der seit 200 Jahren in der Europastadt ansässige Betrieb die Stadt. „Es sind ausschließlich wirtschaftliche Gründe“, sagt Prokurist Klaus-Dieter Oberlaender.
Neue Heimat der 12 Mitarbeiter ist vom 1. Oktober an ein Gewerbehof in Oststeinbek. Dort führt der neue Eigentümer mehrere Firmen seiner Gruppe zusammen, erhofft sich davon Synergieeffekte etwa durch die gemeinsame Nutzung der Maschinen. „Im ersten Moment war die Nachricht für uns ein Schock“, gesteht Oberlaender, der seit 1983 an der Meiereistraße arbeitet. Mittlerweile sei die Stimmung unter den Mitarbeitern – die meisten sind seit vielen Jahren bei Quaack beschäftigt – jedoch gut: „Bis auf einen gehen alle mit nach Oststeinbek.“ Dort sei man einfach näher am Kunden dran, so Oberlaender: „98 Prozent unserer Aufträge kommen aus Hamburg.“
Seit 1796 war die Familie Quack in Schwarzenbek ansässig. 1810 gründete dann Franz-Friedrich Quack, Ururur-Großvater von Christin Quack-Wulff, eine Böttcher-Werkstatt, die Fässer für Brauereien und die gegenüberliegende Meierei herstellte. Fritz Quack begann nach dem Zweiten Weltkrieg statt Fässer dann Einrichtungen für Bars und Weinstuben zu bauen, stieg in den 60er-Jahren in den Messebau ein. In den 70er-Jahren baute das Unternehmen einen ganze Zug als rollende Messe für die Shell AG aus. Heute hat sich die Firma auf die Herstellung von hochwertigen Einbaumöbeln spezialisiert. Kunden sind unter anderem die Hamburger Hochbahn, die ihr Kundencenter in der Rathauspassage in Schwarzenbek fertigen ließ, die Handelskammer Hamburg sowie Krankenhäuser und Arztpraxen.
Auch wenn die Möbelbauer ausgezogen sind, werden die Hallen nicht leer stehen: Neben der Feinbäckerei Gebrüder Lembcke will die bisher in der Röntgenstraße 18 ansässige Firma Smartpaint, die sich auf schnelle Autoreparaturen (smart repair) spezialisiert hat, in die Gebäude einziehen.
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