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Ein Schwarzenbeker im internationalen Wettstreit

Schwarzenbek. Daran, wie er zum Bridgespielen kam, kann sich Entscho Wladow noch sehr gut erinnern. „Ich war acht Jahre alt und bin bei den älteren Jungs immer eingesprungen, wenn sie beim Bridgetermin mit ihren Freundinnen ausgehen wollten“, erzählt Wladow.
Entscho Wladow aus Schwarzenbek vertritt Deutschland regelmäßig bei Bridge-Weltmeisterschaften.
Foto: Anne Passow
Entscho Wladow aus Schwarzenbek vertritt Deutschland regelmäßig bei Bridge-Weltmeisterschaften.
Damals lebte er noch in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Heute arbeitet Wladow als Arzt in Schwarzenbek, ist hier verheiratet.
Und er gehört seit Jahren zur Créme de la Créme der deutschen Bridgespieler, tritt bei zahlreichen Turnieren gegen die Weltelite an. „Ich vertrete Deutschland seit zehn Jahren“, sagt er. Jüngst ist Wladow von der Europameisterschaft in Belgien zurückgekehrt. 38 Nationalteams waren dabei. „Wir haben den neunten Platz gemacht, das ist ordentlich“, sagt er.
Bei der Deutschen Meisterschaft hatte Wladow zuvor mit seinen Partner Michael Elinesko aus Düsseldorf alle anderen Teams besiegt. Und auch bei einem Turnier in Las Vegas war er in diesem Frühjahr schon. „Dort bin ich jedes Jahr“, sagt er. Stadt und Stimmung faszinieren ihn, und Wladow findet es spannend, sein Können mit dem der Berufsbridgespieler zu messen.
Außerdem werden bei diesem Turnier, das im Gegensatz zur Europa- und der Deutschen Meisterschaft nicht über den Deutschen Bridgeverband läuft, hohe Preisgelder ausgeschüttet. „853000 Dollar waren dieses Mal im Topf und wurden an die ersten zehn Plätze verteilt“, sagt Wladow. Er machte diesmal den 13. Platz, sieht das aber gelassen. „Es ist ein Unterschied, ob man Berufsbridgespieler ist, oder das Spiel, so wie ich, nur als Hobby betreibt.“
Ihm geht es vor allem um den Spaß an dem Kartenspiel. „Mir gefällt, dass man viel denken und kombinieren muss“, sagt der Bridgemeister. Mathematik, Logik und Psychologie sind bei dem Spiel gefragt. „Das macht Spaß, hält die grauen Zellen frisch. Deshalb empfehle ich jedem ab 50 sich so geistig fit zu halten.“
Wladow selbst hatte nach seinen ersten Bridgeerfolgen in Bulgarien das Spielen erst einmal ruhen lassen, als er in den 70er Jahren nach Deutschland kam. Dann kam er bei einem Spaziergang an der Alster in Hamburg an einem Bridgeclub vorbei, schaute einfach mal rein und wurde wieder von dem Spiel gepackt.
Bis heute trainiert er regelmäßig im Internet. „Etwa zwei Mal pro Woche“, sagt er. Als nächstes großes Turnier steht der Europapokal im November im türkischen Izmir auf Wladows Kalender. Dort fürchtet er am meisten das italienische Team. „Die sind stark“, sagt er. Aber der Schwarzenbeker weiß, dass er eine Chance hat. „Ich bin dabei, um zu gewinnen. Sonst würde ich gar nicht fahren.“
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