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Zum letzten Mal in Uniform

Schwarzenbek. „Das waren alles komplett friedliche Veranstaltungen, auch die After-Show-Partys danach im Kino Grimm“, ist das Fazit eines Schwarzenbekers, der fast alle der insgesamt 72 Aral-Open-Air-Konzerte von der ersten bis zur letzten Minute beobachtet hat.
Sbk: PHK Hans-Georg Langhammer bei seinen letzten Aral Open
Foto: Monika Retzlaff
Sbk: PHK Hans-Georg Langhammer bei seinem letzten Aral Open
Die Musik spielte dabei jedoch nur eine Nebenrolle, denn Polizeioberkommissar Hans-Georg Langhammer war dienstlich bei den Events. Am Sonnabend beim Konzert von „Abba-Fever“ allerdings zum letzten Mal: Im Februar geht Langhammer in den Ruhestand und kann den nächsten Konzertsommer ganz entspannt als Pensionär genießen.
Als am Sonnabend die „Super-Trouper“-Scheinwerfer ihr grelles Licht auf die Bühne warfen und die Hamburger Coverband mit „Waterloo“ die Massen in Stimmung brachte, wusste Langhammer schon: „Das wird eine ruhige Nacht“. Hunderte Fans der Musik der 70-er Jahre hatten sich die Stehplätze vor der Bühne gesichert. Familien mit Kindern machten es sich auf den Rasenhängen auf Isomatten bequem, genossen neben der Musik auch die Leckereien wie Brezeln, Crepes und Würstchen.
Jugendliche drehen ihre Runden ums Gelände. Seine „Pappenheimer“ kennt Langhammer. Einige kommen ihm auf dem Weg zur Brücke auf dem Ritter-Wulf-Platz entgegen, begrüßen den Polizisten zum Teil mit Handschlag. „Ich hab nichts gemacht, wirklich“, ruft ihm einer entgegen. Ärger mit Jugendlichen hat es bei den Aral-Open nur am Anfang vor zehn Jahren gegeben. Hauptsächlich junge Aussiedler suchten Randale. „Die gehen jetzt auf die 30 zu, sind ruhiger geworden, verheiratet und haben Kinder“, sagt der Polizist. Derzeit gehe es darum, zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche Alkohol trinken, denn das nehme immer mehr zu.
Langhammer war 17 Jahre alt als er 1968 seine Ausbildung auf der Polizeischule in Eutin antrat. Bei allen Demos in Hamburg, Kiel und Flensburg sowie bei dem Sprengstoffanschlag auf das Hochhaus des Axel-Springer-Verlages in Hamburg 1972 war er im Einsatz. Den Polizeianwärter bewegte dabei weniger die Politik, als ein ganz praktisches Problem: sein schwerer wadenlanger Uniformmantel aus dickem Wollfilz. „Der war sicher ein Zentner schwer, nass wog er gefühlte zwei Zentner. Man sah immer zu, dass man nicht in die Nähe der Wasserwerfer kam, denn der Mantel konnte bestimmt einen Kubikmeter Wasser aufsaugen. Und die Stulpen waren so breit, dass man ein Notizbuch darin verstauen konnte“, scherzt er.
Nach der Ausbildung war Langhammer in Reinbek, Aumühle und Dassendorf im Einsatz, seit 1993 ist er in Schwarzenbek. Bis zu seinem Ruhestand sind es zwar noch einige Monate, aber der Gedanke an das Ende der beruflichen Laufbahn bewegt ihn schon heute: „Ich bin gerne Polizist und habe nicht einen Tag davon bereut.“
Musikfan ist der 59-Jährige eher weniger. Bei seinen Einsätzen zu den Open-Air-Konzerten in Schwarzenbek erlebte er in den vergangenen elf Jahren zehn Mal die Gruppe „Pfefferminz“, neun Mal „Crazy Crackers“, drei Mal „Abba Fever“ und außerdem „Bon Scott“, die „Nussecken“, „Kind of Blue“, „Die toten Ärzte“, „Das Fiasko“ und viele mehr. „Mir haben am besten „Die Melker“ im vergangenen Jahr gefallen. Die waren richtig gut. Die würde ich mir gerne noch einmal ansehen“, so sein Fazit.
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