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Den Wal als Wappentier gewählt

Groß Pampau. In Schleswig-Holstein hat nur noch List auf Sylt so ein Wappentier: In der ehemaligen Walfängergemeinde bläst ein blauer Walfisch gerade ab. Doch seit Sonntag führt auch Groß Pampau einen der Meeresriesen in seinem Dorfwappen.
Sbk: Walwappen für Groß Pampau
Foto: Markus Jürgensen
Wolfgang Bentin (li.) hat das Wappen für Groß Pampau gestaltet. Neben dem Wal sind darauf Eichenblatt und Pferdekopf zu sehen. Der kleine Hügel am unteren Rand des Wappenschildes verweist auf den slawischen Ursprungsnamen („Pampowe“), erläutert Bürgermeister Thomas Stich.
Vor mehr als 70 Bürgern und Gästen aus den umliegenden Gemeinden stellte Bürgermeister Thomas Stich das neue Wappen vor, das der Kastorfer Wolfgang Bentin gestaltet hat. Das auffälligste Symbol ist neben Eichenblatt und Pferdekopf, mit dem die Verbundenheit mit Kreis und Amt Schwarzenbek-Land symbolisiert wird, natürlich der Wal. „Unser Dorf liegt nicht am Meer, aber das war nicht immer so“, sagt schmunzelnd der Bürgermeister. Vor zehn Millionen Jahren lag Groß Pampau 70 bis 80 Meter unter dem Meeresspiegel der Ur-Nordsee, die entlang der Elbe bis Ludwigslust in Mecklenburg reichte. Eine echte Weltsensation war es, als zwischen 1984 und 1992 die versteinerten Skelette von drei Bartenwalen in der Kiesgrube Ohle geborgen werden konnten.
„Die Geschichte begann im Jahr 1984, als ein Reitstall Ton bei Kiesgrubenbesitzer Wolfgang Ohle bestellte“, berichtet Dr. Wolfram Eckloff, Leiter des Museums für Natur und Umwelt, in dem die Wale und viele weitere Fossilien aus der Kiesgrube heute zu besichtigen sind. Im Glimmer, einer unter dem Kies liegenden Tonschicht, entdeckte ein Baggerfahrer Knochen und informierte die Fachleute: Wochenlang gruben Paläontologen aus Lübeck unter Leitung von Gerd Höpfner das Skelett des acht bis zehn Meter langen Bartenwals aus. Zwei weitere Wale, ein Delfin und ein weißer Hai folgten. Die Kiesgrube gilt seitdem weltweit als eine der bedeutendsten Fundstätten und die Skelette werden nur von einem weiteren Fund in den USA in ihrer Bedeutung für die Wissenschaft übertroffen. „Diese Tiere waren zuvor wissenschaftlich nicht bekannt“, so Eckloff. Am 21. November sollen die Bartenwale, die bisher inoffiziell Victor, Ottilie und Gerd heißen, ihre wissenschaftlichen Namen erhalten.
In Groß Pampau ist man zu Recht stolz auf diese Funde. „Die Flagge mit Wal, Eichenblatt und Pferdekopf werden wir jetzt vor dem Feuerwehrgerätehaus hissen“, sagt Stich. Mit dem neu gestalteten Symbol, das bereits in der schleswig-holsteinischen Wappenrolle eingetragen ist, haben mittlerweile zehn von 19 Gemeinden des Amtes Schwarzenbek-Land ein eigenes Dorfwappen.
Das Museum für Natur und Umwelt in Lübeck, Musterbahn 8, ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, an den Wochenenden von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro, Kinder und Jugendliche zahlen zwei Euro.

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