Standortwerbung
Nun kommt noch mehr Schwung in die Partnerschaft
Mittwoch, 3. März 2010 20:15
- Von Marcus Jürgensen
Schwarzenbek. Die Europastadt will ihre Kontakte zu chinesischen Partnern intensivieren und plant einen eigenen Auftritt bei der Expo in Shanghai. Auch Schwarzenbeker Bürger sollen beteiligt werden.

Foto: Markus Jürgensen
Wirtschaftsförderer Andreas Thiede zeigt die Broschüre, mit der die Europastadt in China um Unternehmen wirbt. Das Bild im Hintergrund ist ein Geschenk seiner Gastgeber: ein Gedicht des letzten chinesischen Kaisers Pu Yi.
Zur Weltausstellung vor zehn Jahren in Hannover konnten die Schwarzenbeker noch per Bahn zum Tagesbesuch anreisen. Wer auch die am 1. Mai beginnende Expo 2010 in der chinesischen Metropole Shanghai besuchen will, muss mehr Zeit einrechnen: Allein der Flug dauert zehn Stunden. Doch genau dies will die Stadt möglich machen: Bis zu 100 Bürger können im Oktober für rund 1000 Euro einen zehntägigen Trip in die chinesische Millionenmetropole buchen. Das plant zumindest Wirtschaftsförderer Andreas Thiede.
„Vom 10. bis 17. Oktober ist im Deutschland-Pavillon der Expo die Schleswig-Holstein-Woche und wir sind die einzige Stadt, die bereits eine Partnerschaft mit einer chinesischen Stadt pflegt“, sagt Thiede. Während das Land enge Beziehungen mit der südlich von Shanghai gelegenen Provinz Zhejiang pflegt, in deren Hauptstadt Hangzhou die landeseigenen Wirtschaftsförderer (WTSH) seit 1996 ein Büro betreiben, steht Schwarzenbek seit der Unterzeichnung der Absichtserklärung einer Partnerschaft mit der Millionenstadt Haimen, nördlich von Shanghai, im September 2009 in engem Kontakt.
Während der Schleswig-Holstein-Woche auf der Expo sollen durch den Besuch der Schwarzenbeker Bürger diese offiziellen Kontakte weiter intensiviert werden. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Reich der Mitte und Schwarzenbek haben inzwischen ganz andere Dimensionen erreicht: Es gibt Kontakte zu ansiedlungswilligen Unternehmen in sechs chinesischen Städten: neben Haimen auch in Luoyang, Zhengzhou, Kaifeng, Shijiazhuang und Hangzhou. Interesse am Standort Schwarzenbek zeigen mittlerweile auch Unternehmen aus Südkorea und Indonesien.
„Die Partnerschaft mit Haimen ist für uns ein Türöffner“, sagt Thiede. Nach der Berichterstattung über die Unterzeichnung des Vertrags zur Anbahnung eines Freundschaftsabkommens im September 2009 in unserer Zeitung habe ihn eine chinesische Unternehmerin aus Hamburg angerufen und auf Unternehmen in Mittelchina aufmerksam gemacht. Dem Besuch des Wirtschaftsförderers in Luoyang folgte prompt der Gegenbesuch der chinesischen Gastgeber am 2. Dezember (wir berichteten).
Heute ist Thiede mit Bauamtsleiter Ralf Hinzmann und Dolmetscher Dr. Thian-Fong Tjan erneut nach China geflogen um interessierte Unternehmer über deutsches Steuer-, Bau- und Ausländerrecht zu informieren. Zur Delegation gehört diesmal auch ein Mitarbeiter des WTSH-Büros aus Hangzhou, das die China-Kontakte der Kleinstadt staunend verfolgt. „Man hat uns bestätigt, dass wir in unseren Verhandlungen extrem weit gekommen sind“, sagt Andres Thiede.
Manchmal hilft aber auch der Zufall: So wie am Montag, als Thiede und Tjan zufällig im Restaurant „Jade“ auf eine chinesische Delegation stießen, die bei Topack im Industriegebiet Zigarettenmaschinen einkaufen will. „Da haben wir natürlich auch gleich für Schwarzenbek als Investitionsstandort geworben“, so der Wirtschaftsförderer, der nach seiner Rückkehr aus China nicht nur die Expo-Reise planen wird, sondern auch die Reise einer offiziellen Delegation Ende April zum „Pfingstrosenfest“ nach Luoyang.

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