Keine Drogen am Steuer
Montag, 1. März 2010 17:28
- Von Marcus Jürgensen
Schwarzenbek. „Kein Fahrschüler soll seinen Führerschein machen, ohne über die Folgen von Drogen am Steuer aufgeklärt zu sein“ – ein ehrgeiziges Ziel, dass Hauptkommissar Ernst Jenner, Leiter der Polizeizentralstation an der Compestraße, jedoch nicht alleine anstreben wird: Mit im Boot sind die drei Schwarzenbeker Fahrschulen.

Foto: Marcus Jürgensen
Die Beamten Birger Moischewitz, Daniel Stephan und Thorsten Gaebler (v.li.) erklären den beiden Fahrschulinhabern Günther Hoeck und Gerd Gebert (2.v.re.), mit welchen Mitteln sie bei Autofahrern Alkohol und Drogen am Steuern nachweisen können.
„Ich weiß nicht, was passiert, wenn man einen Joint raucht. Ich habe das noch nie gemacht“, bekennt Günther Hoeck, Vorsitzender des Kreisfahrlehrerverbands schmunzelnd. Wohl aber die Beamten Daniel Stephan, Birger Moischewitz, Thorsten Gaebler und Jörg Alvermann – sie werden künftig vierteljährlich in den Fahrschulen Hoeck, Gebert und Studt Fahranfänger aufklären. Dass dies notwendig ist, weiß Stephan aus Erfahrung: „Oft sitzen hier weinende Fahranfänger, die nicht damit gerechnet haben, dass der Joint vom Abend noch am Tag darauf zum Führerscheinentzug führt.“
Der Grenzwert für Cannabis liegt bei einem Nanogramm. Während die Wirkung bereits nach zwei bis vier Stunden verflogen ist, können Spuren des Rauschmittels bis zu 24 Stunden im Blut nachgewiesen werden. Die Konsequenz: Ein Monat Fahrverbot, 500 Euro Bußgeld, vier Punkte in Flensburg sowie die Kosten für Drogentest und Medizin-Psychologische Untersuchung (MPU), insgesamt können da bis zu 1000 Euro zusammenkommen. Weil gerade die Beamten der Bezirksdirektion besonders geschult sind, ist die Erfolgsquote auch besonders hoch: 2008 wurden im Lauenburgischen und Stormarn 850 Fahrer mit Alkohol am Steuer erwischt, aber 1030 mit Drogen.
Dass ein Joint keineswegs harmlos ist, macht Stephan deutlich: „Im Vergleich zu den 70-er Jahren ist der Wirkstoffgehalt heute viel höher, liegt teilweise bei 20 Prozent. Das ist, als wenn ich puren Wodka aus einem Bierglas trinke.“
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