„Hells Angels“
Rockerkrieg jetzt auch im Lauenburgischen?
Sonntag, 28. Februar 2010 18:27
Schwarzenbek. Kommen die als gefährlich eingestuften Rocker der „Hells Angels“ (Höllenengel) jetzt auch ins Lauenburgische? Mit einem Großaufgebot musste die Polizei in der Nacht zum Sonntag in Schwarzenbek anrücken. Am Rande eines Boxkampfes war es dort am Hans-Koch-Ring zu einer heftigen Schlägerei gekommen, an der die „Hells Angels“ beteiligt gewesen sein sollen.

Foto: DDP
Die Hells Angels stehen unter dem Verdacht, an der Schlägerei beteiligt gewesen zu sein. Auf diesem Archivbild sind Jacken der Rockergruppe von hinten zu sehen.
„Als unsere Einsatzkräfte vor Ort waren, konnte das aber nicht mehr festgestellt werden“, hieß es am Sonntag bei der Polizeidirektion in Ratzeburg. Allerdings soll es Videos und Fotos von Zeugen geben, die die Schlägerei auf dem Parkplatz des Dänischen Bettenlagers zeigen sollen.
Die Rockerbanden „Hells Angels“ und die gegnerischen „Bandidos“ liefern sich schon länger unter anderem in Schleswig-Holstein eine extrem gewalttätige Auseinandersetzung.
Nach Erkenntnissen der Polizei soll es dabei um die Machtverteilung bei kriminellen Geschäften, unter anderem im Rotlichtmilieu (Prostitution, Drogenhandel) gehen. Vor allem in Lübeck und Neumünster sind die „Hells Angels“ derzeit aktiv, in Hamburg sind sie offiziell verboten.
Doch was wollten die Rocker beim Boxen in Schwarzenbek? Geht es um Geschäfte bei Sportwetten? Die Polizei ermittelt jetzt mit Hochdruck, die Spezialisten für organisierte Kriminalität des Kieler Landeskriminalamtes sind eingebunden.
Den abendlichen Boxkampf in der ehemaligen Sporthalle des Bundesgrenzschutzes im Lupus-Park in Schwarzenbek hatten etwa 400 bis 500 Zuschauer verfolgt. Auffällig: Viele waren mit edlen Luxus-Karossen aus Hamburg in die Europastadt gekommen. Nach den Kämpfen in der Halle sollen dann vor dem Veranstaltungsort die Fäuste geflogen sein. Nach Zeugenaussagen sollen dann 30 bis 40 „Hells Angels“ mit Besuchern der Boxveranstaltung aneinander geraten sein.
Die Polizei zog nach ersten Notrufen unter anderem Einsatzkräfte aus Schwarzenbek, Geesthacht, Lauenburg, Dassendorf, dem Amt Schwarzenbek-Land sowie von der Talkauer Autobahnpolizei und vom Bezirksrevier zusammen. Der Hans-Koch-Ring wurde nach wenigen Minuten von der Polizei abgeriegelt und der Verkehr überprüft. Dabei stießen die Beamten aber nicht auf Rocker, sondern vor allem auf Besucher der Boxkampfveranstaltung aus Hamburg, die wegen schwerer Straftaten bekannt sind. Bis auf die A24 gen Hamburg wurden verdächtige Fahrzeuge verfolgt und gestoppt, die Polizei aus der Hansestadt unterstützte den Einsatz.
„Zu den möglichen Hintergründen der Auseinandersetzung können wir noch nichts agen. Da müssen wir weitere Ermittlungen und Aussagen abwarten“, hieß es am Sonntag von der Leitstelle der Polizei in Ratzeburg. Sollten tatsächlich „Hells Angels“ versuchen, die Wettgeschäfte unter ihre Herrschaft zu bringen, könnte sich der Rockerkrieg ausweiten. Und: Am 13. März ist in Geesthacht eine Boxgala mit bisher 15 Kämpfen geplant.eb

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
RSS
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche









herbert meint:
vor allem die überschrift ist ein schlechter scherz.
"Rockerkrieg jetzt auch im Lauenburgischen?"
nur weil die herrschaften einmal bei einer boxveranstaltung aufgetaucht sind.
Peter Voss meint:
In meiner Jugend, so mitte der 80er, gab es jedes Wochenende Massenschlägereien.
Es waren Skins,Punks,Teds,Mods,Rude Boys,Scooter Boys,Rocker,Heavy Metaller,New Waver etc.
Ich glaube das ganze Thema ist überbewertet.
herbert meint:
Doch was wollten die Rocker beim Boxen in Schwarzenbek? Geht es um Geschäfte bei Sportwetten?
----
mal ehrlich:
das ist blöd-niveau und nix anders!
warum wird gleich etwas "illegales" vermutet, wobei sportwetten ja nicht gleichbedeutend mit "kriminell" sein müssen.
vielleicht wollten die herren "rocker" auch einfach nur boxen gucken und sich nach der veranstaltung selbst noch etwas sportlich betätigen.
soll ja mal vorkommen.