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Jetzt reden die Bürger Tacheles

Schwarzenbek. Familienfreundlich soll das Schwarzenbek der Zukunft sein, 18.500 Menschen sollen hier leben, Jung und Alt sollen sich wohl fühlen, Wirtschaftsbetriebe sollen sich ansiedeln und für Wohlstand sorgen.
Sbk: Bürgerbeteiligung beim Sparen
Foto: Markus Jürgensen
Schon vor einem halben Jahr, im August 2009, hatte Bürgermeister Frank Ruppert die Schwarzenbeker zum Sparen aufgefordert und mit blauen Umfragekarten die Vision "Schwarzenbek 2020" eröffnet.
Es klingt ein bisschen nach Utopia, wie sich die Politiker die Stadt in ihren Visionen für 2020 vorstellen. Doch nachdem nun die Mandatsträger ihre angestrebten Ziele abgesteckt und in einem Zehn-Punkte-Katalog formuliert haben, sind nun die Bürger am Zug. „Wenn dabei andere Vorstellungen geäußert werden, ist das ein spannender Prozess. Diese Anregungen nehmen wir gerne auf“, kündigte Bürgermeister Frank Ruppert an.
Das sieht auch Bürgervorsteher Karsten Beckmann so, der die Schwarzenbeker für Montag, 1. März, zu einer Einwohnerversammlung in den Festsaal des Rathauses einlädt. Um 19 Uhr geht es am Ritter-Wulf-Platz 1 los. Moderator ist Dr. Winfried Kösters, Publizist aus Köln. Er hat bereits die Klausurtagung der Politiker geleitet, bei der die „zehn Gebote“ formuliert wurden. So hat Karsten Beckmann damals die Visionen scherzhaft bezeichnet. In seinem Eröffnungsreferat am Montag wird er auch auf die demografische Entwicklung eingehen. „Die Bevölkerung wird immer älter. Das ist eine Tendenz, die sich natürlich auch in Schwarzenbek widerspiegelt. Darauf müssen wir reagieren“, sagt Hauptamtsleiter Björn Warmer.
Ein erstes Meinungsbild der Schwarzenbeker haben Politik und Verwaltung bereits im Vorfeld der Klausurtagung im Spätsommer des vergangenen Jahres mit einer Postkarten- und E-Mail-Aktion eingeholt. Das Ergebnis: Die Schwarzenbeker schätzen das rege Vereinsleben, die Bildungsangebote und die gute Infrastruktur. Allerdings haben die Politiker in der Zwischenzeit wegen der Finanzkrise fast alle Zuschüsse an Vereine gekürzt.
Die Einwohnerversammlung, die zugleich Startschuss für eine Zukunftswerkstatt der Schwarzenbeker Bürger sein soll, war eigentlich bereits für den Herbst 2009 geplant. Dann machte die Haushaltskrise der Stadt einen dicken (roten) Strich durch die Rechnung. Deshalb kommen die Bürger erst jetzt mit mehrmonatiger Verspätung zum Zug.
Die Einwohnerversammlung dient der Ideensammlung. Im Idealfall sollen sich auch gleich bei dieser Veranstaltung Arbeitsgruppen bilden, die dann weiter an ihren Visionen für das Schwarzenbek der Zukunft arbeiten sollen. „Wir wollen die Meinung der Bürger hören. Deshalb sind Politiker bei den Arbeitsgruppen bewusst ausgeschlossen“, betont Warmer.
Bernhard Böttel (FWS) hatte allerdings im Vorfeld davor gewarnt, bei den Bürgern zu hohe Erwartungen zu wecken. Denn große finanzielle Spielräume hat die Stadt derzeit nicht – auch wenn Bürgermeister Frank Ruppert zuversichtlich in Hinsicht der Gewerbeansiedlungen ist.
1 Kommentar
Helmut Stolze, stv. Ortsvors. FDP-Schwarzenbek meint:
Nun, wenn auch sehr spät, kommt endlich der Startschuss für eine längst überfällige Bürgerbeteiligung, genannt "Zukunftswerkstatt." An der momentanen kritischen Finanzsituation der Stadt können die Bürger wahrscheinlich hier nicht viel ändern, aber vielleicht doch qualifizierte Vorschläge machen, was in der Zukunft, besser als in der Vergangenheit, bei dem Umgang mit Steuergeldern Prorität haben muss. Die Zukunftsvisionen von Politik und Verwaltung, insbes. was die Bevölkerungsentwicklung und die Gewerbesteuereinnahmen angeht, ist mehr als blauäugig. Für die Veranstaltung selbst bleibt nur zu wünschen, dass hier die Bürger aureichend zu Wort kommen, und es kein Forum für die Selbstdarstellung von Politikern wird.

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