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Wann soll ich noch spielen?

Schwarzenbek. Lars (Name von der Redaktion geändert) war ein guter Schüler. Im Abschlusszeugnis der Grundschule nur Zweien und eine klare Gymnasialempfehlung.
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Hausaufgaben bis spät in den Abend, zum Spielen oder Freunde treffen bleibt keine Zeit mehr: So wie diesem Kind geht es vielen Gymnasiasten schon in der fünften Klasse.
Foto: Stefan Huhndorf
Hausaufgaben bis spät in den Abend, zum Spielen oder Freunde treffen bleibt keine Zeit mehr: So wie diesem Kind geht es vielen Gymnasiasten schon in der fünften Klasse.
Dann kam der Zehnjährige aus einem Dorf im Umland von Schwarzenbek im Sommer 2009 auf das Gymnasium Europaschule, wo die auf acht Jahre verkürzte Schulzeit („G8“) bereits 2008 eingeführt worden war. „Von Anfang an musste er hundert Vokabeln und mehr in der Woche lernen. Der Tag bestand nur noch aus Lernen, auch die Wochenenden. Für Freunde und Hobbys war keine Zeit mehr. Er verweigerte sich total und besucht jetzt die Gemeinschaftsschule“, sagt seine Mutter. Sie ist sicher, dass Lars dort nach der 13. Klasse sein Abitur machen wird.
So wie Lars und seiner Familie geht es offenbar vielen Eltern. „Wir haben immer wieder gehört, dass Mütter und Väter unzufrieden mit der G8-Regelung sind“, berichtet Jessica Ludwig. Erstmals erfuhr sie von den Problemen anderer Eltern vor Beginn des Laternenumzugs im Oktober 2009 auf dem Ritter-Wulf-Platz. „Wir wollten ein Stimmungsbild und haben Unterschriften für eine Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium gesammelt“, erzählt ihre Mitstreiterin Frauke Büddig.
Das Ergebnis überraschte die engagierten Mütter. Innerhalb eines Monats kamen 618 Unterschriften zusammen, mittlerweile sind es 940. Wegen der großen Resonanz gründeten die Mütter die Elterninitiative „Pro G9 – Contra G8“.
„Wir wollten die Unterschriften zunächst an den Leiter des Gymnasiums Dr. Seliger überreichen. Er war nicht bereit, sie entgegen zu nehmen“, so Manja Riep. Jetzt planen die Eltern, die Landtags- und Kreistagsabgeordneten für das Thema zu sensibilisieren. Denn der Kieler Koalitionsvertrag würde eine Rückkehr zu G9 ermöglichen – ein Schritt, der in Wentorf bereits schulintern erwogen wird.
4 Kommentare
Peter Meier meint:
Meine Empfehlung an Axel und an alle Eltern mit Kindern, die unter G8 leiden oder deren Kinder demnächst ins Gymnasium wechseln sollen: Informieren Sie sich zum Beispiel in der Homepage der Schwarzenbeker Elterninitiative pro G9 (über Google ganz einfach zu finden) und unterstützen Sie sie.

Die G9-Gegner CDU, FDP, SPD und Landeselternbeirat haben
quasi eine Koalition gebildet. Deshalb kann aus meiner ganz persönlichen Sicht nur ein Bürgerbegehren und ein anschließender Volksentscheid die G9-Gegner zur Vernunft bringen.



Axel meint:
Vielen Dank für die klaren Worte.. Die Frage die sich mir als betroffener (mein Sohn kommt dieses Jahr aufs Gymnasium) stellt: Was können wir denn wirklich machen um diesem Lern-Horror zu kündigen?
Peter Meier meint:
Jetzt lässt die CDU die Katze aus dem Sack. Heike Franzen, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, macht deutlich, was die CDU von den Forderungen der Elterninitiativen nach Wiedereinführung von G 9 hält. Dazu einige Kostproben aus der Pressemitteilung der CDU-Fraktion vom 26.2.2010: "Wir dürfen mit G 9 nicht die Nachzügler aus "Schläfrig-Holstein" werden, schreibt Heike Franzen. Sie stellt auch klar, dass die Landtagsberatungen über die Wiedereinführung von G 9 für die CDU keine Priorität haben. "....bevor wir die Beratungen über die Wiedereinführung von G 9 intensivieren", kann man lesen. Und an anderer Stelle der Pressemitteilung macht sie noch einen Finanzierbarkeits-Vorbehalt. Sie weist darauf hin, dass die Finanzierbarkeit von G8 u n d G9 nicht geklärt sei. Geklärt ist damit aber, was diese Aussage bei der Haushaltslage unseres Landes bedeutet. Mit anderen Worten:
G 9 ist eine Forderung der ewig Gestrigen. Die CDU wird die Landtagsberatungen über die Wiedereinführung von G9 hinauszögern. Wie auch immer der Landtag dann entscheidet, die Wiedereinführung von G9 kann ohnehin nicht finanziert werden.

Nur ein Bürgerbegehren und ein anschließender Volksentscheid können die Politiker von CDU, SPD und FDP
offenbar noch zur Vernunft bringen !

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