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Sie machen bald die Stadt warm

Schwarzenbek. Drei Landwirte wollen in Grove eine Biogas-Anlage bauen. Sie soll 960 Haushalte im Schwarzenbeker Stadtteil Mühlenkamp versorgen.
Hermann Ohle (v. l.), Eike Berling und Adolf Cordes am Totenweg/Grover Weg. Hier planen die Landwirte ihre Biogasanlage.
Foto: Monika Retzlaff
Hermann Ohle (v. l.), Eike Berling und Adolf Cordes am Totenweg/Grover Weg. Hier planen die Landwirte ihre Biogasanlage.
Insgesamt 960 Häuser und Wohnungen im Stadtteil Mühlenkamp bekommen künftig wohl ihre Wärme aus Biogas. Das Blockheizkraftwerk der E.on Hanse AG am Müllerweg wird voraussichtlich am Jahresende nicht mehr mit Erdgas, sondern mit Gas aus der geplanten Biogasanlage in Grove gespeist.
Schwarzenbek wird damit Vorreiter in der ökologischen Energieerzeugung. Und das ist erst der Anfang. Pläne für die Erweiterung der Anlage gibt es bereits. Dann sollen auch Gebäude im Lupuspark von Grove aus Biogas für Strom und Wärme bekommen. „In der Stadt können damit jährlich 3500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden“, sagte Franz-Otto Berling.
Der Landwirt aus Grove baut zusammen mit Adolf Cordes aus dem selben Dorf und dem Brunstorfer Landwirt Hermann Ohle die 700-Kilowatt-Anlage. Knapp zwei Millionen Euro wollen sie investieren, um ein weiteres Standbein für ihre Betriebe zu schaffen. „Heutzutage sind wir nicht mehr allein Landwirte, sondern auch Energiewirte“, mein Ohle. „Das ist etwas ganz Neues für mich“, sagte Eike Berling. Der 19-Jährige Landwirt-Azubi wird zusammen mit Ohle die Anlage fahren.
Täglich werden in die Fermenter 25 bis 30 Tonnen Maissilage sowie Gülle gefüllt. Die Anlage ist jedoch so konstruiert, dass sie später auch mit anderen geeigneten Substraten befüllt werden kann. Außerdem wird sie langfristig auf ein Megawatt Leistung erweitert, um Biogas für ein neues Blockheizkraftwerk, das E.on im Lupuspark bauen wird, zu liefern.
„Auf Wunsch der Schwarzenbeker haben wir den Standort der Anlage dichter nach Grove verlegt. Sie soll nun etwa 400 bis 500 Meter von Schwarzenbek entfernt gebaut werden“, sagte Franz-Otto Berling.
„Unsere Blockheizkraftwerke werden zunehmend auf Biogas umgestellt oder mit Biogasoptionen versehen“, erläutert Ove Struck, E.on-Sprecher in Quickborn. Diese dezentrale Energieversorgung sei die Zukunft für Schleswig-Holstein, sagte er. Das Unternehmen investiert in den nächsten drei Jahren etwa 100 Millionen Euro, um die technischen Voraussetzungen für die weitere Einspeisung von Ökostrom oder Biogas in die Netze zu gewährleisten.
Mit dem Bau der Biogasanlage, die zwischen Schwarzenbek und Grove nahe des Totenwegs entstehen soll und mit den Biogas-Trassen nach Schwarzenbek befasst sich heute der Planungsausschuss hinter verschlossenen Türen. Die Gemeindevertretung in Grove hat das Thema am Donnerstag auf den öffentlichen Teil der Tagesordnung gesetzt. Das Vorhaben war Ende 2009 öffentlich ausgelegt worden. „Von Grovern gibt es keine Einwendungen“, so Bürgermeister Theodor Luttmer.
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