Erfolgsgeschichte
Kleine Brauerei am Rande der Stadt platzt aus allen Nähten
Freitag, 19. Februar 2010 20:38
- Von Stefan Huhndorf
Schwarzenbek. Als Hobby fing es an, jetzt kommen Damir Markovic und sein Sohn Boris kaum noch mit dem Brauen hinterher: Die beiden Schwarzenbeker sind Bier-Fans und haben ihre eigene Brauerei in einer gerade mal 35 Quadratmeter großen Garage hinter dem Einfamilienhaus am Rande der Stadt eingerichtet.

Foto: Stefan Huhndorf
Hier ist nichts mehr dem Zufall überlassen: Die Computersteuerung ist das Gehirn der kleinen Brauerei. Damir Markovic (l.) hat die komplette Anlage mit seinem Sohn Boris gebaut.
Der Gerstensaft aus dem Ende 2005 gegründeten Schwarzenbeker Brauhaus hat einen guten Ruf und die ausgefeilte Technik lockt Brauer aus allen Teilen der Republik an den Düsternhorst 9.
„Anfangs hatte ich an der Volkshochschule Bierbrau-Seminare angeboten. Dann habe ich eine kleine Anlage im Keller gebaut, die 120 Liter in einem Brauvorgang schaffte“, erinnert sich der 51-jährige Maschinenbau-Ingenieur. Das reichte dem Schwarzenbeker dann schnell nicht mehr aus. Er baute immer größere und bessere Anlagen. Die alten verkaufte er weiter, der Keller wurde bald zu klein. Mittlerweile braut er in der computergesteuerten Anlage 1000 Liter in einem Braugang und nutzt die Abwärme, um über den Schornstein das Wasser in seinem angrenzenden Haus zu erhitzen. Die Braurückstände – immerhin 180 Kilogramm pro Braugang – holt ein Bauer aus der Region ab und nutzt sie als Dünger für seine Felder.
Das Sortiment der Markovics wird derweil immer breiter. Neben dem hellen Bier geht das Schwarzenbeker Dunkel besonders gut. „Probleme gibt es nur mitunter bei den Aral Open. Wir liefern dort nur die dunkle Variante, nicht aber das Pils, das dort ausgeschenkt wird. Oft denken die Kunden aber, dass beide Sorten von uns kommen“, so Markovic, dem der Geschmack des hellen Festival-Biers nicht zusagt.
Von Großveranstaltungen in der Stadt ist der Gerstensaft aus dem Düsternhorst nicht mehr wegzudenken. Egal, ob Neujahrsempfang, Herbstmarkt oder Eis-Zauber: die Markovics sind mit dem Schwarzenbeker Bier immer dabei. Mittlerweile brauen die beiden 35.000 Liter im Jahr – Tendenz steigend. In großen Tanks lagern 6000 Liter Bier im Kühlhaus. In einem anderen Teil der Garage hat der 51-Jährige eine alte, aber leistungsfähige Abfüllanlage aus den 60er-Jahren, die bis zu 1000 Flaschen pro Stunde schafft. Verkauft wird das Bier an der Haustür oder im Online-Shop in Fässern beziehungsweise in rustikalen, aber edlen Holzkisten mit jeweils sechs Halbliterflaschen. „Die Kisten sind teuer und trotz des hohen Pfands bekomme ich viele nicht wieder. Aber es ist ein besonderes Bier, das eine besondere Verpackung benötigt“, sagt Markovic.
Neben dem Bier stellt er zu Feiertagen mit seinem Sohn Boris auch Bierbrand und Bierlikör her. Das ist allerdings kein wirklich lohnendes Produkt. „Früher wurde Bierbrand aus schalem Bier gemacht, das man sonst nur noch wegschütten konnte. Wir benutzen frisches Bier und benötigen bis zu 340 Liter für 40 Liter Bierbrand. Das sind schon sehr hohe Rohstoffkosten, die in keinem Verhältnis zum erzielbaren Verkaufspreis stehen“, erzählt Boris Markovic (29), der als Geschäftsführer des Brauhauses fungiert.
Im Kopf hat Damir Markovic bereits Pläne für eine leistungsfähigere Anlage und einen Traum: „Ich würde gerne einmal Whiskey machen“, erzählt er.
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