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Wird aus Müll schon bald Strom?

Elmenhorst. Die Abfallwirtschafts-Gesellschaft für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn prüft eine umweltschonende Nutzung von Grünabfällen.
Sbk: Biogasanlage
Foto: Monika Retzlaff
In Havekost funktioniert es bereits: In dieser Anlage entsteht aus Biogas Strom und Wärme. Allerdings wird hier kein Müll sondern es werden sogenannte nachwachsende Rohstoffe verarbeitet. Die Anlage ging im Juni 2007 in Betrieb.
30.000 Tonnen Biomüll fallen jährlich in den Haushalten in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg an – genug, um eine Biogas-Anlage zu betreiben und auf diese Weise 3000 Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Mit dem erzeugten Strom könnten 2000 Haushalte versorgt werden. Das hat Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) errechnet, nachdem die Grünen im Herbst vergangenen Jahres einen entsprechenden Prüfantrag im Kreistag gestellt hatten.
Allerdings hat der Beitrag zum Umweltschutz zumindest für die Menschen im Herzogtum Lauenburg einen Pferdefuß: Für sie würde die Biotonne teurer werden. „Im Gegensatz zu Landwirten, die nachwachsende Rohstoffe nutzen – also Lebensmittel wie Mais anbauen – um diese zu vergären, bekommen wir keine Fördermittel. Es geht um sechs Cent pro Kilowattstunde. So würden wir ein Defizit in Höhe von 250.000 Euro erwirtschaften und dieses auf die Kunden umlegen müssen“, so Kissel. Deshalb ist es zunächst einmal eine politische Entscheidung in den beiden Kreisen, ob die Erzeugung von Strom und gegebenenfalls Wärme aus Biomüll gewünscht wird. Allerdings ist Eile geboten. „Bis zum Sommer bräuchten wir eine Entscheidung. Der Bau einer Biogasanlage dieser Größe dauert ein Jahr. Hinzu kommen drei Monate Probebetrieb“, so Kissel. Außerdem müssen die bis Ende 2011 laufenden Verträge mit den Kompostierbetrieben – der Biomüll aus dem Lauenburgischen wird in Grevesmühlen verarbeitet – gekündigt werden.
Eine Biogasanlage würde zwischen vier und sechs Millionen Euro kosten. Ein möglicher Standort wäre Trittau. Dort hat die AWSH bereits einen Recyclinghof, die Firma Buhck betreibt eine Kompostieranlage, die vorgeschaltet werden könnte. Allerdings müssten die Bürger im Kreis Herzogtum Lauenburg zwischen 7,92 und 14,98 Euro jährlich mehr für die Biotonne zahlen.
1 Kommentar
Carsten Lübbert meint:
Strom aus Müll ist ja schön und gut, außerdem passt es in die Zeit, aber warum wirft diese Maßnahme keinen Gewinn ab und die Gebühren für die Biotonnen müssen deshalb erhöht werden?
Als Naturwissenschaftler verwirrt mich zudem die Aussage, dass durch die Biogas Verstromung CO2 einzusparen sei. Warum soll jetzt auf einmal die Verrottung oder Kompostierung mehr Kohlendioxid erzeugen als die Verbrennung?
Es drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass die Abfallverwertungsgesellschaft ihre Zwangsmitglieder (also uns alle) für dumm verkaufen möchte.


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