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Wer wird der neue Herr der Netze?

Schwarzenbek. Netzbetreiber zu sein, ist seit der Liberalisierung des Strommarktes ein profitables Geschäft. Zwar zahlt der Betreiber Konzessionsabgaben an die Kommunen, die ihm das Recht einräumen, auf öffentlichem Grund seine Leitungen zu verlegen, doch jeder Stromlieferant, der das Netz nutzt, zahlt auch ein Entgelt.
Schwarzenbek: SPD-Kreisvorstand und Stromnetze
Foto: Markus Jürgensen
Kein Wunder, dass sich die Netzbetreiber jetzt gehörig ins Zeug legen, denn die vor mehr als 20 Jahren geschlossenen Konzessionsverträge laufen demnächst aus.
Auch in Schwarzenbek: Nach Informationen unserer Zeitung bemühen sich der bisherige Netzbetreiber E.on Hanse sowie die Stadtwerke Geesthacht um das Stromnetz der Europastadt. Beide Unternehmen buhlen kräftig um die Gunst der Schwarzenbeker: Während E.on im Oktober ein neues Kundenzentrum an der Möllner Straße 42 („treff.energie“) einweihte und Verteilerstationen von Graffiti-Künstlern neu gestalten ließ (wir berichteten), bieten die Geesthachter Stadtwerke ihren „Rio-Strom“ auch in Schwarzenbek an, haben Konzessionsverträge für das Gasnetz mit Kollow und Gülzow geschlossen und bieten dort Sprechstunden an.
Vorteil E.on: Weil dem Konzern die Leitungen bereits gehören, kann die Stadt kurze Vertragszeiten vereinbaren, dann nach neuen Partnern Ausschau halten. Die Stadtwerke Geesthacht müssten hingegen die Leitungen kaufen – eine Investition, die sich nur bei langen Vertragslaufzeiten lohnt. Dafür sind die Einflussmöglichkeiten der Stadt gegenüber dem lokalen Anbieter größer als beim Konzern aus Quickborn. Eine weitere Möglichkeit: Die Stadt übernimmt die Leitungen selbst, verzichtet auf die Konzessionsabgaben und kassiert die Netzentgelte.
„Welche Entscheidung richtig ist, lässt sich nicht generell sagen. Dafür muss man die lokalen Begebenheiten betrachten“, sagt Olaf Schulze, energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Geesthacht. Gemeinsam mit dem SPD-Kreisvorsitzenden Peter Eichstädt und der Schwarzenbeker Ortsvorsitzenden Josefin Francke lädt er für Sonnabend, 30. Januar, zum Energie-Symposium ein. Im Festsaal des Rathauses geht es von 10 bis 14 Uhr um die Rolle der Netze und Konzessionsabgaben im Rahmen des globalen Klimawandels. Schulze: „Der Klimagipfel von Kopenhagen war katastrophal. Für uns stellt sich jetzt die Frage: Wie gehen wir vor Ort mit Energiepolitik und Klimawandel um?“ Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Kommunalpolitiker aus Städten und Dörfern, aber auch an interessierte Bürger. Auf dem Podium werden mit E.on-Vorstandschef Udo Bottländer, Detlef Palm (Ex-Bürgermeister von Reinbek, heute Geschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen), Reimer Steenbock (GeKom Beratungsbüro) und Wolfgang Schoofs (Geschäftsführer der Schleswiger Stadtwerke) hochkarätige Gesprächspartner sitzen.
Für die SPD sind die Stromnetze ein wichtiger Baustein beim Wechsel auf regenerative Energien: Statt auf Atomkraft oder neue Kohlekraftwerke setzen die Sozialdemokraten auf dezentrale Anlagen – Blockheizkraftwerke, Wind- und Solarenergieparks. „Zusammengeschaltet ergeben diese kleinen Anlagen ein großes virtuelles Kraftwerk“, so Schulze. Und statt der von E.on forcierten Landesnetzgesellschaft will die SPD eine Landesnetzagentur als Gesellschaft öffentlichen Rechts schaffen, in der alle Produzenten und Netzbetreiber vertreten sind. Schulze: „Im Gegensatz zu Großkonzernen steht dann Versorgungssicherheit und nicht Gewinnmaximierung im Vordergrund.“
1 Kommentar
Achim meint:
Hallo !!

Alles viel zu teuer ..Wer beim Strom sparen möchte sollte die Homepage http://www.strompreisvergleich-kostenlos.de besuchen und einen Strompreisvergleich durchführen. Dort kann man bares Geld sparen.

LG
Achim

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