Stadtbücherei

Elektronischen Medien sollen junge Leser anlocken

Patricia Fasheh ist Leiterin der Stadtbücherei Schwarzenbek.

Foto: Stefan Huhndorf / BGZ

Patricia Fasheh ist Leiterin der Stadtbücherei Schwarzenbek.

Schwarzenbek. Elektronische Lernmittel und Archive, mehr Unterrichtsmaterial und Klassenführungen. Die Stadtbücherei will die Jugend locken.

Schwarzenbek.  Ihre Vorgängerin Perdita Schadow fing schon früh damit an, CDs, Computerspiele und DVDs in den Bestand der Stadtbücherei aufzunehmen, ihre Nachfolgerin Patricia Fasheh setzt den Weg der Digitalisierung konsequent fort. Die „Onleihe“, bei der die Nutzer E-Books herrunterladen können, gibt es schon länger, ab sofort können Bücher-einutzer mit ihrem Ausweis auch kostenfrei auf das Munzinger-Archiv und schulische Lernhilfen von Duden zurückgreifen. Mit den Büchereiausweisdaten und ihrem Geburtsdatum als Kennwort können sich Nutzer online entweder zu Hause oder am PC in der Bücherei anmelden und die Datenbanken der Munzinger-Lexika oder die Lernhilfen nutzen.

Jugendliche zum Lesen und Lernen motivieren

„Damit wollen wir ein jüngeres Publikum erreichen und mehr Kinder und Jugendliche zum Lesen beziehungsweise zum Lernen motivieren“, sagt Patricia Fasheh. Denn auch das Heranführen von Kindern an das gedruckte Buch ist der Leiterin ein Anliegen. Sie will auch die Kooperation mit den Schulen ausweiten. Deshalb hat sie auch die Zahl der Kita- und Klassenführungen im vergangenen Jahr von 48 auf 69 erhöht. Entsprechend stieg auch die Besucherzahl. Kamen 2015 noch 61 700 Besucher in die Bücherei, so waren es 2016 bereits 67 385. Die Zahl der aktiven Nutzer ist mit 2188 allerdings relativ konstant geblieben. Genauere Zahlen über Ausleihen wird die Büchereileiterin voraussichtlich im März im Sozial- und Kulturausschuss vorstellen.

Bücher besser nach Fachgebieten sortiert

Konzeptionell will Patricia Fasheh die Bücherei moderner gestalten – so weit es die beengten Verhältnisse zulassen. Denn der Platz ist ein Dauerproblem in der nur 323 Quadratmeter kleinen Bücherei, in der ursprünglich 43 000 Medien untergebracht waren. „Das ist zu viel und sie waren auch nicht optimal sortiert“, so die Bibliothekarin. So fanden sich einige Biologiebücher in Regalen mit Werken über Pflanzen, wieder andere bei Tierbüchern. Jetzt haben Fasheh und ihr sechsköpfiges Team den Bestand auf 36 000 angebotene Titel reduziert und noch trennschärfer nach Themen sortiert.

Es ist zu voll in den Regalen

„Eigentlich haben wir immer noch zu viele Bücher in den Regalen. Bei einer Stadt mit 16 500 Einwohnern wären 31 500 Medien nach den Richtlinien des Büchereiwesens normal. Dafür bräuchte man eine Fläche von 949 Quadrametern“, rechnet Fasheh vor. Sie hat gerade einmal ein Drittel davon.

Umzug ins Bildungszentrum?

Das könnte sich allerdings ändern. Denn Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig favorisiert weiterhin den Umbau der als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenen, aber leer stehenden ehemaligen Realschule zum Bildungszentrum. Nach einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2014 wäre darin eine Bücherei mit 1200 Quadratmetern Fläche und Veranstaltungsräumen vorgesehen.