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TSV Schwarzenbek steuert mit neuen Trendsportarten auf Wachstumskurs

Peter Stimper ist seit 2010 Vorsitzender des TSV Schwarzenbek-

Foto: Stefan Huhndorf / BGZ

Peter Stimper ist seit 2010 Vorsitzender des TSV Schwarzenbek-

Schwarzenbek. Mit neuen Angeboten lockt der TSV Schwarzenbek trotz schwieriger werdender Rahmenbedingungen zusätzliche Mitglieder an.

Schwarzenbek.  Vielen Sportvereinen laufen die Mitglieder weg. Beim TSV Schwarzenbek ist das anders. Die Zahl bewegt sich seit Jahren relativ konstant zwischen 2700 und 2800. „Natürlich verlieren auch wir Mitglieder, aber wir gewinnen mit bestehenden und neuen Angeboten auch ständig welche dazu. Die Zeit, in der man als Jugendlicher in einen Verein eintrat und dort bis ins hohe Alter blieb, ist vorbei. Darauf haben wir uns eingestellt“, sagt Peter Stimper, seit dem Frühjahr 2010 Vorsitzender des TSV.

Neue Abteilungen locken Mitglieder

Neu gegründete Abteilungen wie Darts oder American Football haben regen Zulauf, ein Zugpferd bei den weiblichen Teilnehmern sind nach wie vor die Zumba-Kurse von Michaela Buck. Ebenfalls stark frequentiert ist die wachsende Zahl von Fitness-Kursen, die Alfredo Girelli anbietet. „Er holt aus den Teilnehmern das letzte bisschen Kraft heraus, aber die Mitglieder lieben ihn“, sagt Stimper. „In der Geschäftsstelle machen Mareike Busch und Florian Leibold gute Arbeit und haben ein Gespür für neue Trends, die unsere Mitglieder begeistern“, fügt der 49-Jährige hinzu.

Stadt fördert Volkshochschule, den TSV aber nicht mehr

Doch die Konkurrenz wächst. Es sind nicht nur die Fitnessstudios, die dem Verein zusetzen, sondern auch andere Anbieter, wie zum Beispiel die Volkshochschule. „Es gibt große Überschneidungen bei Angeboten wie beispielsweise Walking oder Rückengesundheit. Aber uns sind die Zuschüsse gestrichen worden, die VHS bekommt dagegen noch 28 000 Euro im Jahr von der Stadt und kann anders kalkulieren“, erläutert der TSV-Vorsitzende.

Stadt streicht Förderung für TSV

Die Erwachsenenbildung sei genau so in der Landesverfassung verankert wie die Sportförderung. Doch in diesem Bereich hat die Stadt im Zuge der Konsolidierung den Rotstift angesetzt. Übungsleiterzuschüsse in Höhe von 17 000 Euro sind weggefallen. Auch muss der TSV für die Nutzung der Sporthallen mehr Geld bezahlen. Ursprünglich berechnete die Stadt dafür 15 000 Euro, mittlerweile sind es 30 000 Euro. „Wenn Zuschüsse gestrichen werden, dann ist das so. Aber dann müssen auch alle gleich behandelt werden“, fordert der Rechtsanwalt.

Denn momentan stellt Stimper den Trend fest, dass der TSV zwar Übungsleiter aus- und fortbildet, die die VHS dann aber abwirbt, weil sie durch die Zuschüsse mehr Aufwandsentschädigung zahlen kann.

Pläne zur Sport-Kita sind nicht vom Tisch

Doch trotz der finanziellen Situation treibt ein Projekt die TSV-Spitze weiter um: Die Sport-Kita, für die der Verein schon Schwarzenbeks ehemaligen Bürgermeister Frank Ruppert begeistern wollte und damals nach dem leer stehenden Aldi-Markt an der Buschkoppel als Standort schielte. Den schnappte sich dann allerdings der chinesische Bettwäscheproduzent ETC (European Textile Center). Trotzdem sind die Pläne nicht vom Tisch. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt. Auch der Kreis würde so ein Projekt begrüßen, weil es mehr Vielfalt in der Kinderbetreuung bringen würde. 2018 könnte es etwas werden“, sagt Stimper, der bereits zum Jahresende 2016 in Gesprächen mit Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig war, die überraschend vom Kreis 20 zusätzliche Elementarplätze für die Kinderbetreuung genehmigt bekam. „Das war zu kurzfristig. Wir haben zwar Pläne für die Kita auf dem Beachfeld an der Buschkoppel in der Schublade, aber Konzept und Finanzierung hätten wir im Jahr 2017 nicht hinbekommen“, erklärt der TSV-Vorsitzende.

SC Kicker bald wieder beim TSV?

Dafür könnte sich der Verein aber möglicherweise über einen massiven Mitgliederzuwachs freuen. Wie berichtet, haben die 600 Kicker vom SC Schwarzenbek Interesse an einer Rückkehr zum TSV bekundet. Die Fußballsparte hatte sich vor einigen Jahren vom Sportverein getrennt. „Wir haben aber immer in vielen Punkten kooperiert und eine Reunion würde Sinn machen. Es gibt aber noch keine offiziellen Gespräche“, betont Peter Stimper.