Sicherheitsrisiko

Feuerwehrwache wird zu klein für wachsende Stadt

Die Feuerwache an der Lauenburger Straße wurde in den 1970er-Jahren eingeweiht und kurz nach der Jahrtausendwende erweitert. Jetzt herrscht schon wieder Platzmangel.

Foto: Timo Jann

Die Feuerwache an der Lauenburger Straße wurde in den 1970er-Jahren eingeweiht und kurz nach der Jahrtausendwende erweitert. Jetzt herrscht schon wieder Platzmangel.

Schwarzenbek. Die Einwohnerzahlen steigen und die LMT Group, hat jetzt 100 Beschäftigte. Deshalb muss die Stadt bei der Feuerwehr nachbessern.

Schwarzenbek.  Die Stadt wächst und die Feuerwehr muss mitwachsen. Waren die Retter bis zum Jahr 2009 noch für die Sicherheit von weniger als 15 000 Einwohnern zuständig, so leben jetzt gut 16 400 Menschen in Schwarzenbek – Tendenz durch weitere Baugebiete steigend. Auch die LMT Group hat nach der Krise 2008 wieder dauerhaft über Tausend Mitarbeiter. Auch das muss im sogenannten Feuerwehrbedarfsplan berücksichtigt werden. Ebenso wie mögliche Gefährdungen durch ein Düngemittellager oder die verkehrliche Infrastruktur.

Mehr Platz für 100 Retter

Damit die knapp 100 ehrenamtlichen Retter mit elf Einsatzfahrzeugen bei Bränden und Unfällen auch weiterhin adäquate Hilfe leisten können, muss die Stadt ihre Feuerwehr entsprechend ausstatten. Für den Bedarfsplan wird die Ausstattung einer Wehr nach einem Punktesystem bewertet.

Neues Löschfahrzeug kommt 2018

Jahrelang liefen die Planungen zur Beschaffung eines modernen Löschgruppenfahrzeugs (LF) als Ersatz für ein 21 Jahre altes Tanklöschfahrzeug (TLF). Hintergrund: Ein LF hat einen höheren Einsatzwert und mit 130 Punkten in der Bewertung des Feuerwehrbedarfsplans doppelt so viele Punkte wie ein TLF. Somit ist ein Löschfahrzeug genauso viel wert wie zwei Tanklöschfahrzeuge.„Das Löschfahrzeug wurde jetzt gerade ausgeschrieben, wir gehen davon aus, es 2018 in Dienst stellen zu können“, erklärt Feuerwehrchef Thorsten Bettin.

Gefährdungspotenzial steigt durch Wachstum der Stadt

Allerdings hat die rasante Entwicklung der Stadt Schwarzenbek dazu geführt, dass das Gefährdungspotenzial, auf das sich die Feuerwehr einstellen muss, von der bisherigen Stufe 4 auf die höchste Stufe 5 angestiegen ist. Bettin: „Deshalb werden wir uns Gedanken über unser zukünftiges Fahrzeugkonzept machen müssen und der Stadt dann den erforderlichen Bedarf mitteilen.“ Möglich wäre es, ein weiteres TLF durch ein LF zu ersetzen. „Nur so könnten wir die Punkteanforderung, die der Feuerwehrbedarfsplan in Stufe 5 nennt, erfüllen“, macht Bettin deutlich. 400 000 Euro kostet ein LF.

Autos parken in der Waschhalle

Allein neue Technik wird die örtliche Feuerwehr aber nicht für die künftigen Aufgaben rüsten. „Wir platzen räumlich aus allen Nähten. Aktuell hat die Jugendfeuerwehr ihre Spinde in der Fahrzeughalle und wir haben schon drei Fahrzeuge auf nicht dafür vorgesehenen Plätzen in der Werkstatt und in der Waschhalle untergestellt“, erläutert der Wehrführer.

Anbau für neue Fahrzeuge und Kinderabteilung

Seine Idee: An den zur Lauenburger Straße führenden Garagentrakt könnten zwei Stellplätze für Großfahrzeuge angebaut werden. Rückwärtig auf dem Grundstück könnte ein weiteres Gebäude mit fünf Stellplätzen inklusive Werkstätten für mittlere Fahrzeuggrößen entstehen. Integriert sollen Räume für den Gerätewart, die Jugendfeuerwehr und eine angedachte Kinderabteilung entstehen. Zurzeit stehen elf Fahrzeuge auf nur acht regulären Stellplätzen.

Kostenschätzung für Anbau steht noch aus

„Eine Kostenschätzung gibt es noch nicht, da stehen die Überlegungen noch ganz am Anfang. Es ist aber gut, dass die Stadt bei der Aufstellung des neuen Bebauungsplans für den Acker an der Lauenburger Straße neben unserer Wache eine Fläche für die Feuerwehr berücksichtigen will“, sagt Bettin.

Feuerwehr will mehr Frauen werben

Die Einwohnerzahl, die ansässigen Betriebe und ihre Mitarbeiterzahl, die vorhandene Infrastruktur und die Bebauung in der Stadt geben vor, für welche Risikoklasse sich die Feuerwehr wappnen muss. „Dazu müssen wir auch ausreichend Einsatzkräfte aufbieten können“, sagt Bettin. Da das vor allem tagsüber ein Problem ist, hofft er, die Frauenquote erhöhen und mehr Retter aus anderen Wehren, die tagsüber in Schwarzenbek arbeiten, für eine Zweitmitgliedschaft gewinnen zu können. „Das erfordert aber Platz für eine Damenumkleide mit Sanitärtrakt und zusätzliche Spinde, in denen die Schutzkleidung hängt“, so Bettin.

Stadt ist gefordert

Auf die Stadt kommen also, um den Bedarfsplan erfüllen zu können, Investitionen zu. Bettin: „Bei einer wachsenden Stadt muss auch die Feuerwehr Schritt halten und mit wachsen. In der Vergangenheit hat das gut geklappt.“