Wahlkampf
Merkel lockt 3000 Schaulustige nach Mölln
Freitag, 27. April 2012 20:43
- Von Stefan Huhndorf
Mölln. Mehr als 3000 Menschen, darunter für eine Politikveranstaltung auch überraschend viele junge Leute, kamen zur Kundgebung mit Kanzlerin Angela Merkel und CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager. Die Kanzlerin gab sich kämpferisch und überraschend humorvoll.
Trotz prall voll gefülltem Terminkalender schweben Kanzlerin Angela Merkel und
CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager am Donnerstagabend pünktlich von einer
Kundgebung in Flensburg pünktlich mit dem Hubschrauber auf dem
Waldsportplatz ein. Von dort geht es mit der Limousine direkt zur Kundgebung
auf dem Möllner Mühlenplatz. Punktlandung um 19 Uhr. Unter dem
Jubel von 3000 Schaulustigen –für eine Politikveranstaltung auch erstaunlich
viele junge Leute dabei – defiliert die Kanzlerin dicht umdrängt von
Sicherheitskräften unter tosendem Applaus und den Klängen der Marschband
Müssen ein.
Auf den Auftritt der Kanzlerin müssen die Zuschauer allerdings eine knappe
halbe Stunde warten. Erst mal ist Jost de Jager dran, der – wen wundert’s –
gegen eine mögliche rot-grüne Landesregierung oder schlimmer noch die
Dänen-Ampel mit SSW-Beteiligung wettert. Die Zukunft des Landes liegt in der
Bildung und das garantiert nur die CDU, so der Christdemokrat. Und er nennt
auch gleich eine Personalie: Alexandra Dinges-Dierig soll es richten. Sie
war von 2004 bis 2008 Bildungsministerin in Hamburg und wollte 2011
Bürgermeisterin in Lübeck werden.
Dann schlägt die Stunde der Kanzlerin. Im fliederfarbenen Blazer gibt sie den
Besuchern mathematische Nachhilfestunden: Zwei Dutzend chinesische Firmen
sind insgesamt 24, 1,3 Milliarde Chinesen entspricht 1300 Millionen
Menschen. Klar, dass auch sie wenig Sympathien für Rot-Grün hegt. „Die
packen die Themen nicht an. Wenn Rot-Grün vor 100 Jahren an der Macht
gewesen wäre, als flächendeckend Stromkabel verlegt wurden, wäre
Schleswig-Holstein noch heute ohne Elektrizität“, scherzte Merkel. „Man darf
nicht ewig diskutieren, sondern muss Themen wie die A 20 oder die
Fehmarnbeltquerung anpacken. Und das machen wir“, sagte sie und entschwand
gegen 20 Uhr mit einem Wurstkorb und eine Eulenspiegelstatue von
Innenminister Klaus Schlie wieder in den Hubschrauber.




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