04.03.12

Regionalschule

2017 gehen die Lichter aus

Schwarzenbek. Die Regionalschule ist gescheitert, dafür hat der Grundsculteil an der Ceseaticostraße ungebrochenen Zulauf. Im Sommer kommen 120 Abc-Schützen in sechs Klassen. Von Monika Retzlaff

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Foto: Monika Retzlaff

Jonas Jens (8) aus der dritten Klasse lernt mit Jan Isaak (13) und dem Techniklehrer Karsten Möller beim Tag der offenen Tür das Löten.

Foto: Monika Retzlaff

Nadia Shah (16, rechts), die Lena Peilstöcker (9) schminkt, wechselt nach ihrem Schulabschluss an der Regionalschule in die Berufsfachschule Mölln.

Die Enttäuschung ist groß – aber keine Spur von Depression. So sieht die aktuelle Stimmung an der Dörfergemeinschaftsschule Schwarzenbek Nordost an der Cesenaticostraße derzeit aus. Wie berichtet, kam für deren Regionalschulteil im Dezember das Aus. Grund: Die erforderliche Anmeldezahl von 45 Fünftklässlern konnte auch in 2011 nicht erreicht werden. Seit der Gründung des Regionalschulteils im Jahr 2009 kam diese Zahl nicht ein einziges Mal zustande. Mittlerweile müssen die Regionalschüler deshalb auch Klassen- und Jahrgangsübergreifend unterrichtet werden. Während zweier gut besuchter Versammlungen für die Eltern der 5. bis 9. Klassen hatte die Schulleiterin Liane Maier die Väter und Mütter informiert, wie es weitergeht.

Es werden keine neuen Fünftklässler aufgenommen, die bereits bestehenden Regionalschulklassen werden bis zu ihrem Abschluss weiter geführt. Die letzten Absolventen gehen dann im Jahr 2017. Mit den Abgangsklassen verlassen jedes Jahr auch Lehrer die Schule. Dieses Jahr werden zwei Klassen mit 52 Schülern verabschiedet und zwei der 48 Lehrer gehen in den Ruhestand. "Während der Elternabende haben wir viel Zuspruch und viel Lob über unsere Arbeit bekommen", sagte Liane Maier gegenüber unserer Zeitung. Das Gleiche hören die Lehrer auch immer wieder von den Eltern der Grundschulkinder. Dennoch fiel bei vielen Eltern die Entscheidung letztlich gegen die Regionalschule, sie schickten ihre Kinder lieber auf die Gemeinschaftsschule.

Aber trotzdem genießt die Schule Schwarzenbek Nordost einen guten Ruf: Zuspruch und Lob für die traditionsreiche Einrichtung kam auch am Tag der offenen Tür am Freitagnachmittag. Neben den Schülern und Lehrern kamen Hunderte Eltern und Großeltern, um in der Turnhalle die Aufführungen der Klassen zu erleben. In den hübsch geschmückten Räumen war Zeit, einmal mit den Eltern, Großeltern und Geschwistern Mathe-Knobelaufgaben zu lösen oder zu basteln. Im Technikraum versuchten sich die Grundschüler beim Löten. Aus Lötzinn formten sie Buchstaben für eine Tischdekoration. In der Cafeteria trafen sich Eltern, Lehrer und Schüler zum Gedankenaustausch bei selbst gebackenem Kuchen und Kaffee. Das Thema des Nachmittags: Die Schließung des Regionalschulteils. "W

ir sind sehr enttäuscht darüber, stehen aber hinter dem Kollegium, denn es wurde viel Arbeit und Aufwand investiert", sagte die Elternvertreterin Katja Möller. Die Schule, die einst als Ersatz für die Dorfschulen des Umlandes gegründet wurde und im letzten Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feierte, bekam im Jahr 2004 einen Anbau und eine Cafeteria. Danach wurde noch die Turnhalle erweitert. Mit den Umbauten wurde sie offene Ganztagsschule und landesweite Referenzschule. "Hier wird eine sehr gute Arbeit geleistet und wir werden uns weiter sehr für die Schule engagieren", versprach Katja Möller. Ihr Sohn Jan-Thore besucht die fünfte Klasse und wird an der Schule Nordost 2017 seinen Abschluss machen.

Nadia Shah (16) gehört zu den diesjährigen Schulabgängern. Beim Tag der offenen Tür bereiteten sie und ihre Klassenkameraden den jüngeren Mitschülern Freude beim Schminken, Waffel- und Pizzabacken in der Küche. Für ihre Zukunft hat Nadia große Pläne: Das Abi machen und Psychologie studieren. Während im Regionalschulteil 2017 das Licht ausgeht, boomt der Grundschulteil. 120 Anmeldungen gibt es für den Beginn des nächsten Schuljahres. "Wir werden sechs erste Klassen haben", sagte die Schulleiterin Liane Maier. Zuwachs gibt es auch durch den Einzug der Centa-Wulf-Schule. Geplant ist, deren angemietetes Domizil im Lupuspark aufzugeben und sie in der oberen Etage der Regionalschule anzusiedeln.


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