03.02.12

Amtsrichterhaus

Streit um die Kustodin dauert an

Schwarzenbek. Das Amtsrichterhaus ist weiter ohne Leitung. Die Fronten sind verhärtet, Stadtverwaltung und ARS-Freundeskreis kommunizieren im Moment nur per E-Mail. Durch den andauernden Streit ist die Zukunft des Amtsrichterhauses jetzt gefährdet. Von Marcus Jürgensen

Schwarzenbek: Amtsrichterhaus im Winter
Foto: Jürgensen Gar nicht so friedlich, wie es aussieht: das Amtsrichterhaus. Der Streit dauert weiter an.

Im nächsten Jahr könnte das Amtsrichterhaus am Körnerplatz seinen 25. Geburtstag als kulturelles Zentrum der Europastadt feiern – oder auch nicht. "Vielleicht müssen wir uns auch mal grundsätzliche Gedanken über das Konzept machen", sagt Bürgermeister Frank Ruppert.

Der Verwaltungschef reagiert damit auf eine Aussage von Klaus-Dieter Gottwald, Vorsitzender des Freundeskreises Amtsrichterhaus, gegenüber unserer Zeitung, der Förderverein sei an der Suche nach einer Nachfolgerin für die mittlerweile ausgeschiedene Kustodin Meike Wenck nicht beteiligt worden. Er habe am 7. November 2011 erstmals mit Gottwald und dessen Vize Peter Strauß über eine Nachfolgeregelung gesprochen, sich dann am 23. Januar mit Gottwald und dessen Wunschkandidatin, der Möllner Galeristin Bruni Jürss, getroffen, so Ruppert.

Die hat den Verwaltungschef offenbar nicht überzeugt: "Warum sollen wir uns eine Möllner Galeristin holen, wenn wir doch auch in Schwarzenbek eine Galeristin haben, die auch noch Mitglied im Freundeskreis ist", begründet Ruppert seine Entscheidung für die Ärztin und Vorsitzende der Malgruppe F.A.K.T. Dr. Melita Mucha. Mit Inga Merle Grunwald sollte ihr eine 25-jährige Studentin zu Seite stehen, die bereits im Kulturbereich der Stadt als Honorarkraft tätig ist. Grunwald sollte sicherstellen, dass die von Meike Wenck durch Veranstaltungen wie den Poetry Slam angestoßene Öffnung der Kultureinrichtung für neue, jüngere Gästegruppen fortgeführt wird. Laut Ruppert habe Mucha erst abgesagt, nachdem ihr der Freundeskreis die Unterstützung versagt habe.

Im Sozial- und Kulturausschuss, wo sich beide am vergangenen Montag vorstellen sollten, wurde dieser Punkt dann von der Tagesordnung genommen. Zuvor hatte der Förderverein, der die Ausstellungen und Veranstaltungen ehrenamtlich betreut und dafür allein im vergangenen Jahr 863 Stunden aufwendete, die Ausschussmitglieder angeschrieben und diese gebeten, dem Verwaltungsvorschlag nicht zuzustimmen.

Offen ist, wie es weitergehen soll: Stadtverwaltung und Freundeskreis kommunizieren im Moment nur per E-Mail. Mit den Kommunalpolitikern will Ruppert zunächst klären, ob man weitere Kandidaten, mit denen ebenfalls im Vorwege gesprochen wurde, zu einem erneuten Vorstellungsgespräch einlädt oder den Posten ausschreibt. Angesichts der Finanzlage der Stadt, das Amtsrichterhaus wird mit jährlich 21.500 Euro bezuschusst, könne man auch über eine andere Ausrichtung nachdenken: den Verkauf oder die Vermietung des Hauses an einen Gastronomen, mit der Auflage, ein Kulturcafé mit Ausstellungen und Kleinkunst zu betreiben. Ruppert: "Ich schätze die ehrenamtliche Arbeit der Freundeskreis-Mitglieder, aber es kommt auf das Gesamtpaket an."

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