Kulturförderung
Handfester Streit um die Kustodin
Donnerstag, 2. Februar 2012 15:23
- Von Stefan Huhndorf
Schwarzenbek. Es knirrscht gewaltig im Gebälk des Amtsrichterhauses. Eine neue Kustodin muss ran, aber Politik und Verwaltung versuchen das im Alleingang. Der Freundeskreis fühlt sich übergangen.
Ehrenamtliche Helfer vom Freundeskreis hängen Bilder auf und bereiten die aktuelle Ausstellung von Loretta Sanclemente de Burmann vor, die am Sonntag von 12 bis 14 Uhr eröffnet wird. Es ist die erste Ausstellung ohne Meike Wenck. Wie berichtet, hat die Kustodin zum 31. Dezember 2011 gekündigt, weil sie ihrem Mann nach Shanghai folgt.
„Die ganze Arbeit lastet auf uns. Das geht nicht. Allein im vergangenen Jahr haben wir 863 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Ohne Meike Wenck wird es sehr viel mehr, und uns fehlen ihre guten Kontakte in die Kunstszene“, sagt Klaus-Dieter Gottwald, Vorsitzender des Freundeskreises. Die Mitglieder des Vereins sind wegen der ungelösten Personalfrage sauer.
Während der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses hatte es eine Vorlage gegeben, nach der die Galeristin Dr. Melita Mucha gemeinsam mit der Studentin Inga Merle Grunwald die Kulturarbeit übernehmen sollte. Dr. Mucha hatte jedoch noch vor der Sitzung nach einem Vorgespräch mit Christine Uhde von der Stadtverwaltung abgesagt. Die Medizinerin ist Mitglied im Freundeskreis, Vorsitzende der Malgruppe F.A.K.T. und engagiert sich bei der Organisation Ärzte ohne Grenzen. Für die ist sie oft auch monatelang im Ausland.
Die Studentin Grunwald ist im ersten Semester. „Wir halten die junge Frau für nicht geeignet, weil sie möglicherweise schon bald wieder weg ist, wenn sie irgendwo ein Stipendium bekommt. Außerdem fehlen ihr Kontakte“, sagt Gottwald und fügt hinzu: „Wir sind an der Suche nach einer Nachfolgerin für Meike Wenck nicht beteiligt worden.“ Deshalb hatte er die Ausschussmitglieder im Vorwege in einer E-Mail gebeten, der Vorlage nicht zuzustimmen.
Gottwald und der Freundeskreis favorisieren indes die Möllner Galeristin Bruni Jürss. „Sie hat Erfahrung in der Kunstszene und will sich voll in die Arbeit stürzen. Sie hat auch lange in Berlin gelebt und dort als Malerin gearbeitet. Sie ist die geeignete Kandidatin“, sagt Gottwald. Die Möllnerin war am Montagabend auch im Ausschuss, durfte sich aber nicht vorstellen, weil das Thema vertagt wurde. Nun setzt Gottwald auf die nächste Sitzung des Gremiums am 14. Februar.
Zuvor konzentriert sich der Freundeskreis aber auf die aktuelle Ausstellung von Loretta Sanclemente de Burmann, die am Sonntag auch mit Marimba-Klängen (eine Art Xylofon aus Südamerika) eröffnet wird. Die in San Salvador geborene Künstlerin ist ein Multitalent. In ihrer Heimat moderierte sie im Fernsehen und Radio, begeisterte als Schauspielerin und gab ein Theater-Magazin heraus. 1979 fand sie zur Malerei und kam der Liebe wegen nach Deutschland. Heute lebt sie in Hamburg. Loretta Sanclemente de Burmann malt Landschaften und farbenrohe Blumen. Sie zeigt am Körnerplatz 10 bis zum 4. März 63 Bilder.



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Was bitte soll die Botschaft diese Berichtes sein?